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UHREN

Wenn die Uhrensammlung zum Ziel wird

Hochwertige Uhrensammlungen erreichen schnell sechsstellige Werte, trotzdem lagern viele Besitzer sie ungeschützt zu Hause. Sicherheitsexperte Thomas Sinning erklärt, worauf es bei Aufbewahrung und Versicherung wirklich ankommt.

Von Redaktion · 14. August 2026 · 2 Min. Lesezeit
Sicherheitsexperte Thomas Sinning berät zur Uhrensammlung-Sicherung

Rolex, Patek Philippe, Audemars Piguet: Wer solche Namen im Schrank stehen hat, verlässt sich oft auf ein Gefühl von Sicherheit statt auf echten Schutz. „Wer Uhren im Wert von 100.000 Euro oder mehr besitzt, sollte bei der Sicherheit nicht improvisieren“, sagt Thomas Sinning, Gründer von Premiumtresore und seit 2006 in der Tresorbranche tätig.

Die Sicherheitsklasse täuscht

Viele Käufer verlassen sich auf die Sicherheitsklasse eines Tresors – ein Prüfsiegel, das unter Laborbedingungen mit festgelegten Werkzeugen vergeben wird. Es sagt aber wenig darüber aus, wie ein Tresor reagiert, wenn Einbrecher gezielt und mit eigenem Werkzeug vorgehen. „Eine Sicherheitsklasse ist nur ein Anhaltspunkt. Entscheidend ist, wie der Tresor gebaut ist“, erklärt Sinning. Zwei Modelle derselben Klasse können sich im Ernstfall völlig unterschiedlich verhalten.

Gewicht schlägt Wandstärke

Sinning nennt vier Faktoren, die tatsächlich schützen: mehrschichtige Wandungen aus unterschiedlichen Materialien, massive Verriegelungen, ein Gewicht von mehreren hundert Kilogramm und eine fachgerechte Verankerung. Leichte Modelle werden bei rund der Hälfte aller Einbrüche schlicht mitgenommen und erst später in Ruhe geöffnet.

Sichtbar statt versteckt

Auch der Standort zählt: Ein gut sichtbar aufgestellter Tresor lenkt Einbrecher gezielt auf ein Ziel, statt dass sie das ganze Haus durchsuchen – und wirkt zugleich abschreckend. Ein Versteck ersetzt laut Sinning keine echte Sicherheit, sondern kann sie sogar vortäuschen. Zusätzlich rät er zu diskreter Lieferung und Montage durch geschultes Personal, damit möglichst wenige Personen den Standort kennen.

Uhrensammlung richtig sichern

Für Sammler:innen bieten spezialisierte Anbieter mittlerweile Tresore mit integriertem Uhrenbeweger, die Automatikuhren gleichzeitig aufbewahren und in Gang halten. Wer die eigene Uhrensammlung sichern will, sollte laut Sinning zudem den Versicherungsschutz prüfen – viele Polizzen decken hohe Einzelwerte nur mit gesonderter Wertsachenklausel und aktueller Dokumentation ab. Das gilt für Sammler:innen in Österreich ebenso wie in Deutschland: Ohne Fotos, Kaufbelege und ein aktuelles Wertgutachten wird es im Schadensfall schnell eng – unabhängig davon, wie gut der Tresor selbst ist.