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Übernachten zwischen Beethoven und Monet

Im Ritz-Carlton Vienna checkt man neuerdings nicht nur in ein Zimmer ein, sondern in eine Kulturpartnerschaft: mit den Wiener Symphonikern, der Albertina oder einem 140 Jahre alten Deckenfresko.

Von Redaktion · 7. September 2026 · 3 Min. Lesezeit
Wohnbereich der Symphony Suite im Ritz-Carlton Vienna mit Blick auf den Beethovenplatz

Drei neue Signature Suites verbinden das Luxushotel am Ring mit je einer Wiener Institution, samt VIP-Zugang, der sonst an keiner Rezeption zu haben ist.

Das Hotel selbst steckt in vier denkmalgeschützten Ringstraßenpalais, gebaut fürs 19. Jahrhundert, umgebaut fürs 21. Wer durch die Lobby geht, ahnt noch nicht, dass ein Stockwerk höher ein Zimmer wartet, dessen Grundriss der Form einer Sonate folgt, oder eines, in dem ein habsburgischer Kohlebaron einst unter einem Deckenfresko dinierte, das heute noch dort hängt, wo es immer hing.

Die Symphony Suite wohnt in Sonatenform

99 Quadratmeter, ausgerichtet zum Beethovenplatz, als Verbeugung vor der Uraufführung von Beethovens Neunter in Wien im Jahr 1824. Der Grundriss folgt, so das Hotel, bewusst der klassischen Sonatenform, zwei gegensätzliche Themen, Vergangenheit und Zukunft, ineinander verschränkt. Wer hier wohnt, bekommt Zugang zu etwas, das man nicht kaufen kann, egal wie viel man zahlt: einen VIP-Besuch bei einer Generalprobe der Wiener Symphoniker, exklusiv den Suite-Gästen vorbehalten, dazu einen eigens komponierten Wein. Nur die Bang-&-Olufsen-Anlage im Wohnzimmer erinnert daran, dass man trotzdem im 21. Jahrhundert eingecheckt hat.

Wohnbereich der Albertina Suite im Ritz-Carlton Vienna mit Kunstwerken der Sammlung Batliner
Die Albertina Suite: Kunst an der Wand, VIP-Zugang inklusive. © The Ritz-Carlton, Vienna

Die Albertina Suite hängt voller Monets

Die zweite Suite ist dem Bankier und Kunstsammler Anton Ötzelt gewidmet, der im selben Haus, dem früheren Palais Ötzelt, einst seine eigene Sammlung zeigte. Heute hängen hier Reproduktionen aus der berühmten Sammlung Batliner der Albertina, Chagall, Nolde, Degas, Monet, während echter Museumszugang gleich mitgebucht ist: freier Eintritt, Skip-the-line-Tickets, Zugang zu Ausstellungseröffnungen. Über 149 Quadratmeter erstreckt sich die Suite, mit Balkon zur Ringstraße, eigenem Esszimmer für acht Personen und einer Staffelei samt Ringstraßen-Skizze zum Selbstausprobieren, ein Souvenir, das man sich buchstäblich selbst malt.

Wohnbereich der Presidential Suite im Ritz-Carlton Vienna mit Deckenfresko von August Eisenmenger
Das Eisenmenger-Fresko über dem Kronleuchter der Presidential Suite. © The Ritz-Carlton, Vienna

Die Präsidentensuite trägt ein 140 Jahre altes Fresko

Die größte der drei Suiten liegt im ehemaligen Palais Gutmann, benannt nach der Industriellenfamilie Gutmann, die ihr Vermögen mit Kohle gemacht hatte. Um den Kronleuchter im Wohnzimmer zieht sich ein Deckenfresko von August Eisenmenger aus der einstigen Belle Etage, zwölf Monate, dargestellt als Engel. Derselbe Eisenmenger hat auch die berühmte Deckenmalerei im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins geschaffen, jenem Saal, aus dem alljährlich das Neujahrskonzert übertragen wird. Auf rund 190 Quadratmetern kommen zwei Schlafzimmer, eine Bibliothek und eine eigene Küchenzeile dazu, für Gäste, die auch im Urlaub nicht ganz offline sein wollen.

Infobox: Die Signature Suites im Ritz-Carlton Vienna

Adresse: Schubertring 5–7, 1010 Wien
Symphony Suite: 99 m², Kooperation mit den Wiener Symphonikern
Albertina Suite: rund 149 m², Kooperation mit der Albertina
Presidential Suite: rund 190 m², Deckenfresko von August Eisenmenger
Preis: saisonal, auf Anfrage über ritzcarlton.com

Drei Suiten, drei Institutionen, ein gemeinsamer Gedanke: die Ringstraße war immer schon eine Bühne, auf der Wien sich selbst am liebsten zuschaut. Das Ritz-Carlton hat daraus jetzt drei Zimmer gemacht, in denen man nicht nur schläft, sondern kurz so tut, als gehöre einem die Kulisse gleich mit. Ob das den Aufpreis wert ist, entscheidet am Ende ohnehin jeder Gast anders.