Andreas Ferner gibt Nachsitzen
Andreas Ferner feiert am 28. Oktober 2026 im Orpheum Wien Premiere mit seinem sechsten Soloprogramm „Bro-Fessor, checkst du!?“. 25 Jahre nach seinem Einstieg als Lehrer rechnet Österreichs bekanntester Kabarett-Pädagoge mit Elternchats, Handysucht und dem ganz normalen Schulwahnsinn ab.

Kreide unter den Fingernägeln, ein Geodreieck in der Hand, und ein Publikum, das bei ihm noch immer aufzeigen darf: So kennt man Andreas Ferner seit bald 25 Jahren. Nur sitzt der Floridsdorfer längst nicht mehr im Konferenzzimmer der HAK vom Sacré Coeur, sondern auf immer größeren Bühnen. Den Lehrerberuf hat der studierte Wirtschaftspädagoge heuer offiziell an den Nagel gehängt, den Stoff aus dem Schulalltag nimmt er trotzdem mit, als Material für sein inzwischen sechstes Soloprogramm.
Stoff für die neue Stunde
In „Bro-Fessor, checkst du!?“ geht Ferner der Frage nach, was sich seit seinem Berufseinstieg 1999 wirklich verändert hat. Die Antworten liefern Eltern-WhatsApp-Gruppen, in denen mittlerweile öfter der Anwalt droht als früher das Klassenbuch, dauertiktokende Schülerinnen und Schüler mit Handy-ADHS und ein Schulalltag, der zwischen Helikoptereltern und Safe-Space-Ansprüchen kaum noch Platz für Pädagogik lässt. Regie führt, wie schon bei seinem Vorgängerprogramm „Noch BildungsFERNER“, erneut Marion Dimali, seine langjährige künstlerische Weggefährtin. Der WIENER hat Andreas Ferner bereits 2019 porträtiert, seither hat sich sein Bühnen-Lehrplan um gleich drei weitere Programme erweitert.
Bei den Vorpremieren, unter anderem im Wiener Tschocherl, durfte das Publikum bereits mitentscheiden, welche Pointen es in die Endfassung schaffen, inklusive der besten selbst erlebten Ausreden fürs Zuspätkommen. Wiederkehrendes Motiv: der Vergleich mit englischen „Turnaround-Schulen“, die aus einstigen Problemschulen Vorzeigeprojekte gemacht haben, garniert mit der Frage, ob Österreichs Schulen von so viel Eigenverantwortung nur träumen können.
Ein Lehrer mit Geschichte
Vor „Bro-Fessor, checkst du!?“ hat Ferner bereits fünf Soloprogramme auf die Bühne gebracht, von „Schule, Oida!“ über „Noch BildungsFERNER“ und „Chill amal, Fessor!“ bis zu „Nie mehr Schule!“, mit dem er sich im Herbst 2026 offiziell von der Tafel verabschiedet hat. Ausgezeichnet wurde er unter anderem mit dem Titel „Lehrer des Jahres“ und dem Großen NÖ Kabarett- und Comedy-Preis, die Kronen Zeitung attestierte ihm einen „Frontalangriff auf die Bauchmuskeln“, für die Presse ist er schlicht Österreichs lustigster Lehrer. Dass ihm der Stoff nicht ausgeht, zeigt schon der Vorlauf zur Premiere. Seit Mitte September tourt Ferner mit Vorpremieren quer durch Österreich, mehrere Termine waren laut eigener Auskunft binnen Kurzem ausverkauft.
Wo und wann die Premiere steigt
Termin: Mittwoch, 28. Oktober 2026, 19.30 Uhr
Ort: Orpheum Wien, Steigenteschgasse 94b, 1220 Wien
Tickets: ab 32,50 Euro, erhältlich über orpheum.at
Zweiter Wien-Termin: 25. November 2026, ebenfalls im Orpheum
Ob am Ende wieder das Publikum mitentscheidet, welche Pointe den Sprung in die Endfassung schafft, zeigt sich erst am Premierenabend selbst. Sicher ist nur: Aufzeigen ist bei Andreas Ferner ausdrücklich erwünscht.





