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Bleigießen 2.0 – Blei zu Gold

Jakob Stantejsky

Es gibt tausende Bücher, Filme und Geschichten, die sich mit dem ältesten Begehren der Alchemie auseinandersetzen: Wertlose Metalle wie Blei zu Gold zu verwandeln. Mit Chemie wird das Ganze nichts, das stimmt schon. Doch seit ungefähr 100 Jahren ist es Dank der Physik ganz easy, Gold in Hülle und Fülle zu erschaffen.

Jetzt, wo ihr das wisst: Wieso macht ihr euch noch immer Sorgen um euren Kontostand?!Schon seit den 1920ern ist es möglich, durch eine simple nukleare Transmutation Blei zu Gold zu verwandeln. Wenn ihr dem Beispiel folgen möchtet, braucht ihr lediglich einen nuklearen Reaktor, angereichertes Uran, Zyklotronen und schweres Wasser. Idealerweise bastelt ihr euch auch einen Ort, der die Strahlung im Zaum halten kann. Auch ein Schutzanzug wäre gesundheitstechnisch von Vorteil, die harten Männer backen ihr Gold jedoch im Ruderleiberl. Der Vorgang ist ganz einfach: Mithilfe des Reaktors und der Urans spaltet ihr Protonen vom Kern der Bleiatome ab und zack – schon habt ihr pures Gold in der Hand!

Seit fast 100 Jahren geht das. Und ihr spart noch?

Klingt doch fast nach Montessori-„Extended Version“!Wie ihr seht, steht eurem Traum aus Gold also nichts mehr im Wege. Ein kleines Problem mag darin bestehen, dass der Vorgang mehr Geld verschlingt, als das Ergebnis dann tatsächlich wert ist. ABER! Russische Forscher haben vor einiger Zeit einen Weg entdeckt, mit anderen Mitteln Blei zu Gold zu machen. Hier kommen bloß normales Uran, Thorium-Erz und radioaktive Abfälle zum Einsatz, was in einer sehr kostengünstigen Variante resultiert. Die Methode ist zwar noch nicht serienreif, aber es ist absolut möglich, damit Gold und andere wertvolle Materialien aus schlichten Metallen zu erschaffen. Was mit der Weltwirtschaft passiert, wenn alle plötzlich ihr eigenes Gold brauen, wird abzuwarten sein. Aber ihr könnt jedenfalls mit eurer Lieblingsmethode schon mal durchstarten! Viel Spaß! Und auf den Schutzanzug nicht vergessen!