AKUT

Satireattacke auf Putin

Sarah Wetzlmayr

Putin wie man ihn noch nie gesehen hat  (und auch nicht mehr sehen wird)

Achtung: Satire!

Die Satirefalle hat wieder einmal zugeschnappt. Zwar nicht bei uns, sondern in Slowenien. In der Falle steckt diesmal Wladimir Putin.

von Sarah WetzlmayrWer sich dieses Video anschaut, sich freut und sich dann denkt, Wladimir Putin hätte sich eine Überdosis Selbstironie durch die Nase gezogen, der liegt falsch, der slowenische Satiriker Klemen Slakonja und nicht Team Putin steckt da nämlich dahinter.


Mehr als 3 Millionen Klicks innerhalb von 10 Tagen kann Slakonja mit seinem Video bereits vorweisen und scheinbar ebenso viele Klischees die sich um den Kremlchef ranken, hat er in sein Video gepflanzt. Putin tritt darin als Dompteur auf, als Sexsymbol und Judo-Meister. Er gibt ein Loblied auf sich selbst zum besten und feiert sich als Organisator von Olympischen Winterspielen bei 40 Grad.

„You want my gas, you kiss my ass“ singt er während er auf einem weißen Hengst durch das Mondlicht reitet. Außerdem jagt er einen Tiger, erobert den Mond oder nimmt Platz auf dem Eisernen Thron. Der erinnert an „Game of Thrones“, besteht aber nicht aus Schwertern sondern aus Hämmern und Sicheln. Die Message sollte klar sein.

Zum ersten Mal an die Öffentlichkeit gelang der Satire-Song bei der slowenischen Vorentscheidung für den diesjährigen Eurovision Song Contest.  Die Disqualifikationsgefahr  war allerdings bei „Putin, Putout“ zu groß, so dass er außerhalb der Konkurrenz lief. Aufmerksamkeit und Aufsehen konnte die Satire-Nummer allerdings trotzdem ganz für sich allein verbuchen und ließ damit die Vorentscheidgewinnerin ManuElla, die mit ihrem Country-Song „Blue and Red“ die Vorausscheidung gewann ein wenig im Regen stehen. Dass sogar Anhänger des russischen Präsidenten dem Song Beifall spenden, lässt wieder eine Satirefalle im Hintergrund vermuten. Sie haben die entlarvende Satire des Songs wohl nicht entdeckt und sich von den heroischen Darstellungen etwas blenden lassen, so dass der Song als Lobgesang an ihre Ohren gedrungen ist. Bleibt nur zu hoffen, dass sich das gewagte Stück Musik für den slowenischen Satiriker nicht zu einer Falle des russischen Geheimdiensts entwickelt und er all seine Organe behalten darf.

Foto: Screenshot Youtube