AKUT

Skaten statt beten

Sarah Wetzlmayr

Mit einem Heelflip in höhere Sphären

Abgefahren

Ein Kirchengebäude ruft eindeutige Assoziationen hervor – Weihrauch, Orgelklänge und schmerzende Knie. In der Skate-Kirche in Spanien schmerzen die Knie jetzt aus anderen Gründen – weil man den Backflip nicht gestanden hat zum Beispiel.

von Sarah WetzlmayrEs liegt nicht unbedingt nahe dass eine leerstehende Kirche ausgerechnet in einen Skatepark verwandelt wird, weil skaten und beten, außer dass sie sich irgendwie reimen ja dann doch nicht so viel miteinander zu tun haben. Dennoch hat der Künstler Okuda San Miguel gemeinsam mit der Skateboard Crew Church Brigade DIY genau das gemacht und so „Kaos Temple“ entstehen lassen. In der nordspanischen Stadt Llanera steht das 100 Jahre alte Ding, das jetzt in neuer Farbenpracht erstrahlt. Durch Crowdfunding und mithilfe von Red Bull finanziert entstand in der alten Kirche ein Skatepark der Skaterherzen und Kunstfans höher schlagen lässt.


Wo früher also Gläubige die Kirchenbänke drückten, glaubt man jetzt an etwas ganz anderes – an Backflips, Heelflips und an Höhe ganz prinzipiell statt an höhere Mächte. Kein Grund also mehr auf abgeranzten Parkplätzen zu üben und tatsächlich kommen auch Skater aus ganz Europa nach Llanera um mit ihren Skateboards in höheren Sphären zu schweben. Das eindrucksvollste daran ist aber bestimmt die Kunst des Streetartists Okuda, die in allen Farben des Regenbogens das alte, graue Gemäuer neu erstrahlen lässt.

Foto © Okudaart / Instagram