KULTUR

R.I.P. Roger Cicero

Sarah Wetzlmayr

Mit nur 45 Jahren verstarb der Jazz-Sänger Roger Cicero

Chapeau!

Die Musikwelt trauert um Roger Cicero, der mit nur 45 Jahren viel zu früh gegangen ist. 

von Sarah WetzlmayrDer Sänger verstarb bereits letzten Donnerstag an den Folgen eines Hirnschlags. Am 18. März trat er in der Abendschau des Bayrischen Rundfunks mit zwei Songs zum letzten Mal öffentlich auf. Bereits am Tag danach quälten ihn die neurologischen Symptome eines Hirninfarktes und Cicero musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. In einer Mitteilung des Managements heißt es: „Wir sind fassungslos und unendlich traurig. Unser Mitgefühl gilt in erster Linie seiner Familie“. Außerdem soll das Mitgefühl anstatt es in Kondolenzbriefe zu stecken, lieber in karitative Bahnen gelenkt werden; „Auf Wunsch der Familie bitten wir von Kondolenzbriefen Abstand zu nehmen. Roger Cicero würde sich sicher über eine Spende für die Organisation „Save the Children“ freuen, die er jahrelang unterstützt hat und die ihm sehr am Herzen lag.“


Bereits im November 2015 zeichnete sich ab, dass bei dem Sänger gesundheitlich etwas nicht stimmte. Roger Cicero brach aus Gründen der Erschöpfung plötzlich zusammen, noch bevor sein Album „Cicero sings Sinatra“, das er lange vorbereitet hatte erschien. Termine wurden abgesagt, vieles auf Eis gelegt – dennoch kletterte das Album während der Erholungsphase des Künsters auf Platz 14 der deutschen Album Charts. Der Start der Tour wurde auf 7. April verschoben – doch dazu kam es leider nicht mehr.

Der Mann mit Hut gewann 2007 mit seinem bis heute wohl bekanntesten Song „Frauen regier’n die Welt“ den Vorentscheid zum Eurovisions-Songcontest. In Helsinki belegte er mit dem Song schließlich Platz 19. Auch als Schauspieler machte er von sich reden – 2009 gab er im Film „Hilde“, an der Seite von Heike Makatsch sein Debüt. Die Musik, vor allem der Jazz, wurde dem jungen Cicero praktisch in die Wiege gelegt – sein Vater war erfolgreicher Jazz-Pianist, woraufhin auch der Sohnemann ein Jazz-Studium absolvierte. Damit war der Grundstein für eine tadellose Musikkarriere gelegt, die in zahlreichen Konzerten, Alben, Chartsplatzierungen, einem Echo und einer breiten Fanbase gipfelte. Sie alle trauern jetzt und hören weiterhin seine Songs. Mit einem etwas anderen Gefühl als zuvor, aber immer noch mit sehr viel davon.

 

Foto: Frank Hoensch / Getty Images