KULTUR

Diese Woche lieben wir: Tee machen mit Liam Gallagher

Sarah Wetzlmayr

Tea Time mit Liam Gallagher ist in etwa so locker und entspannt wie die Hausordnung im Buckingham Palace. Aber seht selbst.

Tee bedeutet den Briten ja sehr viel. Doch dieser Tee, den sich Liam Gallagher in diesem kurzen BBC-Clip da macht, bedeutet so viel mehr. Nicht weil er seltsam nach Kürbissuppe aussieht, aber total gut für die Stimme sein soll, sondern weil er für die harten Zeiten des Rockstar-Daseins steht. „Tee, echt jetzt“, werdet ihr euch jetzt fragen. „Ja, ganz genau dieser Tee“, wird der Oasis-Frontmann antworten, bevor er seinen Monolog über den Tod der klassischen Musikbranche hält. Und damit auch ein wenig über seinen eigenen, der sich jetzt bereits – im kleinen – darin ausdrückt, dass er sich seinen, wie Kürbissuppe anmutenden Tee, selbst zubereiten soll. Sein eigenes Credo „Don’t look back in anger“ berücksichtigt er dabei nur partiell – schließlich schaut er eher grantig nach vorne, beziehungsweise in seinen Tee, in dem er die große Krise der Musikindustrie sieht.

In den 90ern hatte er in etwa vier Leute, die ihm seinen Tee zubereiteten, sagt er. Jetzt hat er niemanden mehr. Schuld daran sind natürlich Endgegner Internet und all seine bösen Streaming-Dienste. Vielleicht finden sich ja ein paar Leute zu einer Initiative zusammen, die schnell ein paar Oasis Platten käuflich erwerben, damit sich der gute Liam zumindest eine ein klein wenig hübschere Küche besorgen kann. Das würde seine Stimmung bestimmt heben und er würde vielleicht auch wieder bessere Musik machen. Wir machen uns jetzt erstmal (selbst!) einen Tee und hoffen, dass wir danach nicht ebenso angepisst schauen. Weder nach vorne noch zurück. Kamillentee wäre in diesem Fall vielleicht eine vernünftige Rockstar-Option.


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