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Schwarm der Woche – Xenija, Putins Sargnagel in spe

Manfred Sax

Xenija Sobtschak ist Russlands ultimatives It-Girl, also sowas wie Paris Hilton. Die gelegentlich gegen Wladimir Putin in den Ring steigt, zumal der mal der Vize ihres Vaters war. Aber eins nach dem andern …

Text: Manfred Sax

Bürgermeisterstochter, Model, It-Girl, Schauspielerin, Reality-Showmaster, Journalistin: Nenn mir einen coolen Job, und sie hat ihn im Portfolio. Womit sie laut Forbes Magazin in den Top10 der bestbezahlten Promis Russlands ist. Aber wenn es nach Xenija Sobtschak geht, ist das erst der Anfang. Vergangenen März machte die Tochter des ehemaligen Bürgermeisters von St. Petersburg, Anatoly Sobtschak, einen ersten Anlauf Richtung Präsidentin des Landes. Ihr Rivale, jawohl, war kein Geringerer als Wladimir Putin. Den sie im Übrigen von klein auf kennt. Der allmächtige Russe war mal der Vize ihres Vaters; der Gelegenheiten, da gelegentlich den guten Ersatzonkel raushängen zu lassen, gab es für den aktuellen Tonangeber nicht wenige. Eine Wahlfarce war es trotzdem nicht, immerhin errang Ms Xenija 1.4% der Stimmen (Putin: 75%). Aber dass der großmächtige Russe auch nur mit Wasser kocht, tröstete vergangenen Sommer anlässlich einer Hochzeit im tiefsten Österreich, wo noch Trachten das Landschaftsbild prägen, etwaige besorgte Gemüter. Einer, der mit so einer Braut tanzt, hat auch ungeschützte Weichteile. In die Ms Xenija beim nächsten Wahlgang, den es sicher auch wieder mal geben wird, eventuell treten könnte, denn auf der Nudelsuppe dahergeschwommen ist sie nicht. Allerdings hat die schöne Russin in der Zwischenzeit nicht Trübsal geblasen, sondern … aber alles der Reihe nach: 6 Gründe, warum der POR (President Of Russia) dümmere Sachen unternehmen könnte, als die flexible Xenija im Auge zu behalten …


Fotos: Getty (li.), Instagram (Sobtschak)

1. Bekanntlich badet Putin gern in eiskaltem Wasser. Aber wie Ms Sobtschak hier demonstriert, kann sie das auch. Dass sie den Härtetest nicht mit nacktem Oberkörper absolviert, hat die obligaten Gründe. Außerdem: wozu dejavu? Sie hat das schon mit 18 gemacht.

Cover-sleeve by John Currin.

2. Mit 18 war sie Model. Xenija (häufige Feedbacks: österreichweit „wau“, international „wow“) stand für das Cover der Pulp-LP ”This is Hardcore“ (März 1998) vor der Kamera. „Es hat Spaß gemacht“, erzählte sie Englands Männermagazin FHM. Man muss jetzt kein Mathematiker sein, um rauszukriegen, dass sich für die am 5.11.1981 geborene Xenija das mit den 18 Jahren nicht ganz rechnen konnte. Allerdings musste sie 18 sein, um solche Aufnahmen zu machen. Wenn es sein muss, macht Ms Sobtschak also Unmögliches möglich. So geht Politik.

3. Nach Intermezzi in den Unis von St. Petersburg und Moskau (Politikwissenschaft), bekleidete Ms Sobtschak eine Nebenrolle im international eher unbekannten Film ”Thieves and Prostitutes“ (2004). Was ihr nicht sonderlich lukrativ erschien. „Ich verdiene nur 15 000 Dollar monatlich, muss mir daher einen reichen Boyfriend leisten“, meinte sie. Pech, einerseits. Aber wie schon Ex-Präsident Clinton sagte: ”It´s the economy, stupid.“

Xenija ist eindeutig Politikermaterial.

4. 2008 zeigte sie im Film, dass sie es mit hartgesottenen Diktatoren aufnehmen kann. Der Film hieß ”Hitler goes kaput“. Ideales Training für Putin, könnte man meinen.

5. Xenija Sobtschak ist omnipräsent, sie ist multimedial unterwegs. 2010 landete sie im TV (Präsentatorin der Show „Wer will NICHT Millionär werden?“), 2012 wurde sie Talkmasterin der Politshow „GosDep“, eine Feuertaufe für spätere politische Scharmützel. Auf Twitter hat sie 1komma6+ Millionen Followers, auf Instagram (Bild) über 5 Millionen. Gründe zuhauf, ihre politischen Ambitionen ernst zu nehmen, manchmal zählen Anblicke mehr als Ansichten, wenn du weißt, was ich meine. Und die verlorene Wahlschlacht vergangenen Frühling, naja, Shit happens. An ihrem politischen Statement lag es aber nicht:

6. Seit der Leidernein-Präsidentschaft hat Xenija Sobtschak, wie oben erwähnt, nicht dem Blues gehuldigt, sondern ganz im Gegenteil, da war auch noch ihr Gatte. Frau Sobtschak hatte sich das Thema „Putin als Rivale“ wie eine lästige Mücke (Anmerkung der Korrektorin: „Heast, Sax, zeig mir mal eine willkommene Mücke“) von der Schulter gewischt, um sich verstärkt ihrem Mann Maxim Vitorgan zu widmen, der das außerordentlich zu schätzen wusste. Ja, der beiden 2-jähriger Sohn Plato (so heißt er wirklich) wird ein Schwester- oder Brüderchen bekommen. Das dürfte die Tausendsasserin eine Zeitlang beschäftigen. Im Übrigen feiert sie demnächst ihren 37. Geburtstag. Am 5. November, klar, der ist im Kalender auch als „Guy Fawkes-Nacht“ angeschrieben; richtig, derselbe katholische Fawkes, der das englische Parlament mitsamt dem protestantischen König James in die Luft jagen wollte. Einen symbolträchtigeren Geburtstag gibt es wohl nicht. Tja, mit Xenija Sobtschak ist immer was los. Stay tuned!