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Wie geht es eigentlich Corona?

Jakob Stantejsky

Derzeit dominiert eine Kugel mit kronenartigen Stacheln weltweit die News. Aufgrund ihrer Form wurde ihr der Name „Corona“ (lat. Krone) verliehen und dieser Umstand alleine macht einer der populärsten Biermarken des Planeten verdammt schwer zu schaffen. Deshalb finden wir, es ist an der Zeit aufzuhören zu fragen „Wo ist Corona?“ oder „Wie gefährlich ist Corona?“, sondern endlich nachzuforschen „Wie geht es Corona?“.

Text: Jakob Stantejsky / Fotos: Getty Images

Bei Corona handelt es sich nicht nur um das Nummer Eins-Fortgehbier für Teenies, sondern auch um eines der führenden Import-Premium-Biere. Und das in 180 Ländern. Die in Belgien ansässige größte Brauereigruppe der Welt namens Anheuser-Busch druckt mit dem mexikanischen Gerstensaft also quasi Geld. Und jetzt kommt so ein depperter Virus daher und bildet sich ein, unbedingt genauso heißen zu müssen. Blöder Zufall, aber deshalb trotzdem nicht weniger bitter – anders als das fruchtig-zitronige Bier. Denn tatsächlich leiden die Verkäufe ganz massiv und selbst ein Giga-Konzern wie Anheuser-Busch dürfte die Konsequenzen der grassierenden (und in diesem konkreten Bezug irrationalen) Panik deutlich spüren.


Denn konkret meldet die Brauerei mittlerweile mehr als 150 Millionen Euro Umsatzeinbußen weltweit, was einem Minus von rund 10 Prozent im ersten Quartal 2020 entspräche. Für ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 50 Milliarden Dollar ist das zwar noch lang nicht existenzbedrohend, doch ein klassischer Lercherlschas schaut anders aus. Vor allem wenn man bedenkt, dass es sich ja wirklich nur um einen reinen Zufall in puncto Namensgebung handelt.

Besonders groß ist die Angst in den USA (surprise!), wo Corona sogar das meistimportierte Bier überhaupt ist. Trumps Zaun kann echt nicht früh genug kommen, dann hätte der mexikanisch-chinesische Virus nämlich endlich ausgespielt. Aber ohne Spaß: Bei einer Umfrage gaben nicht nur 38 Prozent der Amerikaner an, dass sie zurzeit auf keinen Fall eine Flasche Corona kaufen würden, sondern 16 Prozent packten auch noch das echte Gigabrain aus und gaben zu Protokoll, dass sie sich nicht sicher seien, ob das Bier jetzt etwas mit dem Virus zu tun hat oder nicht. Schön zu sehen, dass zumindest irgendjemand noch kritisch denkt …

Keinen Gefallen tut sich die Brauerei allerdings auch selbst mit der oben zu sehenden, brandneuen US-Werbung für ihre neuen Hard Seltzers. „Coming ashore soon“ (dt.: kommt bald an Land) ist angesichts all der Reisebeschränkungen wahrlich ein äußerst dodelhafter Slogan. Dafür erntet man in den USA auch ordentlich Hohn und Shitstorm – aber wer weiß, vielleicht fängt Corona gerade an, den Virus für sich arbeiten zu lassen? Es heißt ja immer, dass jede Werbung gute Werbung sein soll.