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ESCAPE – Sinplus und die Rückkehr zum Rock

Sie begannen mit Post-Punk, fanden über den Pop zum Song-Contest in Baku und kehren nun zu ihren „Roots“ zurück, wie sie sagen. Tatsächlich erinnert die neue Single ESCAPE von Sinplus an Rock-Acts wie Mando Diao in ihren besten Tagen.

Song-Contest, äh! Post-Punk, ah! Schweizer Pop – Yello? Nein, mit Dieter Meier und Boris Blank haben die Gebrüder Gabriel und Ivan Broggini wahrlich nichts am Hut. Und ehrlich – ihnen fehlt auch ein bisserl das Visionäre, im Vergleich mit den beiden Elektro-Pop-Pionieren. Seien wir uns ehrlich: Anno 2009 mit Post-Punk um die Ecke zu kommen, noch dazu, wenn man Leute wie Sid Vicous höchstens aus den Erzählungen seiner Großeltern kennt – nicht bös sein. Andererseits: Befragt nach der Kategorisierung ihres Sounds geben Gitarrist Ivan und Sänger Gabriel unisono an „Alternative Rock“. Freilich ein weites Feld, wo sich viel subsumieren lässt.

© Johnny Ferrari

Ausserdem – den Zeitpunkt ihrer Geburt kann man den vermeintlichen One-Hit-Wonderern aus dem Land der Eidgenossen kaum vorwerfen. Und dass sie eben kein solches, nämlich ein One-Hit-Wonder, sind, haben Sinplus längst bewiesen. Nicht nur der ESC-Song machte sie bekannt, es war vor allem die Power-Ballade „Y&I“ von 2017, die ihnen Airplay, Beachtung und Gold einbrachte. Es wurde experimentiert, kollaboriert, etwa mit Mickey Shiloh und anderen Protagonisten der gut sortierten US-Szene. Einflüsse werden gerne angenommen, Inspirationen auch nicht verleugnet. Irgendwann macht das ein feines Gesamtbild, das sich nicht nur hören sondern auch sehen lässt.


© Johnny Ferrari

Nun kommt die neue Platte und ESCAPE als erste Vorab-Single. Die wirklich fein und eindrucksvoll beweist, dass die Jungs es ernst meinen mit der Rückkehr zu den Roots, auch wenn diese nicht zwingend die eigenen sein müssen. Tatsächlich schiebt ESCAPE fein an, man hört Gitarren, an deren Sound getüftelt wurde, im Studio zu Nashville. Was übrigens auch weiterführende Rückschlüsse erlaubt: Wenn das der neue Nashville-Sound ist, dann hat sich auch dieser angenehm futurös entwickelt.

© Sinplus

Heute, hier und jetzt wird das Video zur Single präsentiert und Ihr merkt Euch, bitte, wo Ihr es zum ersten Mal gesehen habt: beim WIENER.