KULTUR

Musikwissen: Daptone Records

In den Neunzigern mussten sich Liebhaber von Funk und Soul noch auf eine aufwendige Suche nach den geliebten Klängen begeben. Neal Sugarman und Gabriel Roth verbrachten damals viel Zeit damit, die Wirkungsweise der Musik eines James Brown, der Meters oder von Fela Kuti zu studieren. Während dieser Zeit entstand bei den beiden die Idee, eigene Musik zu veröffentlichen, um die Tradition dieser Klänge fortzuführen. ­Willkommen in Brooklyn, New York, willkommen in der Welt von Daptone Records.

Foto: Getty Images

Mit Desco, dem ersten Plattenlabel von Gabriel Roth, sammelte man erste Erfahrungen, Erfolge und v. a. Kontakte zu Musikern, die man später bei Dap­tone Records wiederfinden sollte. Schließlich wurde Desco eingestellt und aus der damaligen Project Band wurden die Dap-Kings geformt, die seit 2001 das Herz von Daptone Records bilden.


Zunächst musste man beharrlich bleiben. Die Anfangszeit von Daptone war von Geldsorgen bestimmt. Doch man hielt an der Vision fest, und so begann der konsequente Sound von Daptone, nach und nach die Aufmerksamkeit populärer Produzenten anzuziehen, die sich für Samples bei Daptone bedienten. Und dann kam sie.

Amy Winehouse, deren zweites Album, „Back To Black“ im Jahre 2006 durch den Daptone-Sound verdelt wurde und schlappe zehn Millionen Kopien verkaufte, brachte einen Hype um das kleine Label und deren Musiker. Daptone war plötzlich das Maß aller Dinge, und auch wenn man zu Beginn der Kooperation eher skeptisch gegenüber stand, so hat man durch den Erfolg beim Label auch anderen Künstlern Tore öffnen können. Auch Sharon Jones war Produkt ­dieser Vision und hätte wohl in keinem anderen Labelkontext dermaßen gut funktioniert.

Dieses organisch gewachsenen Daptone-Label ist zum Aushängeschild für einen authentischen Sound geworden, den es bereits in den 60ern und 70ern gegeben hat und der vor allem die Liebe zum Detail an die Oberfläche bringt. Ob das nun die mit ganz viel ­African Vibes versetzten Sounds der Budos Band oder der rotweingetränkte Soul eines James Hunter ist. Und die Klassiker wie Sharon Jones oder Lee Fields sind das Sahnehäubchen.

Daptone Records … der Soul wird greifbar.


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