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Formel 1: verschoben.
MotoGP: verschoben.
Tour de France: verschoben.
Das Jahr 2020 ist für Freunde des Rennsports, egal, auf wie vielen Rädern und mit oder ohne Motor, kein gutes. Aber wo ein Wille, da ein Weg, und so finden die packenden Duelle weiterhin statt. Und zwar daheim.

Text: Markus Höller / Fotos: Hersteller

Die Formel 1 gilt als Königsklasse des Motorsports und stellt dementsprechend den Anspruch, in allen Belangen immer innovative und technische Speerspitze zu sein. Auch wenn sich das in der langen Ära Ecclestone immer wieder unterschiedlich ausgeprägt hat, und manchmal auch zum Unmut der Fans, ist das Oberhaus der FIA im Fall Covid-19 voll am Puls der Zeit – ursprünglich aber leider auch im nicht so guten Sinn. So war das relativ abrupte Ende des Eröffnungsrennens in Australien aufgrund der Infektion einiger McLaren-Teammitglieder das erste wirklich große pandemiebedingte Erdbeben im Spitzensport, der Rest ist ja hinlänglich bekannt. Selbst das Unmögliche, eine F1-Saison ohne Monaco, ist eingetreten – übrigens das erste Mal seit 1954. Am Sonntag geht es am Red Bull Ring endlich doch los. Generell für Fans des Rennsports kein gutes Jahr, mussten doch auch im MotoGP-Zirkus einige Klassiker abgesagt werden, darunter Mugello, Sachsenring oder Assen. Und auch die Fraktion ohne Motor ist ziemlich angeschlagen, wurde doch das Rennen aller Rennen, die Tour de France, mit Stand Redaktionsschluss auf Ende August verschoben werden.


Das ist klarerweise für die Athleten schwer, wenn man monatelang gezielt auf ein kleines Zeitfenster hintrainiert; für die Teams, Veranstalter und den ganzen Zirkus dahinter aber noch viel verheerender.

Auftritt E-Sports. Während also enttäuschte Fans und Zuseher daheim auf der Couch verschimmeln und auf PC und Kon­sole aktiv zocken, was sonst real auf den Strecken passiert, haben sich vor allem junge Racer hervorgetan und promoten ihre ­jeweiligen Rennklassen auf dem Bildschirm. Die virtuellen Grands Prix, die regelmäßig stattfinden und rein Unterhaltungszwecken dienen, erfreuen sich bei Zusehern größter Beliebtheit, die jungen Wilden panieren am Controller naturgemäß auch Altmeister wie Valentino Rossi, während „Opa“ Vettel ­(vorerst) gar nicht erst antritt.

Das alles wird aber erst durch die jedes Jahr upgedateten offiziellen Simulationen für PC und Konsole ermöglicht. Diese haben punkto Realismus absolut amtlichen Charakter und überzeugen nicht nur visuell, sondern auch mit präziser Fahrphysik und ­Hunderten Einstellmöglichkeiten.Während bisher noch mit den 2019er-Games von Codemasters für die F1 respektive Milestone für MotoGP virtuell herumgeknattert wurde, kommt der Release der jeweils neuesten Version grade recht. F1-Fans sei hier besonders die Schumacher-Deluxe-­Version ans Herz gelegt, die zu Ehren des Rekordsiegers seine vier ikonischen Rennwagen enthält: Jordan 191, Benetton B194 & B195 sowie Ferrari F1-2000. Und, gelobt sei der heilige Sankt Oktan: Es gibt wieder einen Zwei-­Spieler-Splitscreen-Modus!

Aber genug vom benzinschwangeren Gefasel, denn auch die Radfahrer verdienen angesichts einer ziemlich ruinierten Saison (man darf nicht übersehen, dass abseits der großen Touren und Bergrennen auch der olympische Radsport heuer ins Wasser fällt) ein Trostpflaster. Dies kommt in Form der neuesten Version des offiziellen Spiels zur Tour gleich mit zwei essenziellen Neuerungen: Jetzt kann man auch auf PC taktieren und in die Pedale treten, und als Sahnehäubchen ist es auch erstmals möglich, die beeindruckenden Etappen aus der Ego-Perspektive zu erleben! Auch wenn es nur ein schwacher Trost ist, aber noch nie sahen Rennspiele so gut aus!

MotoGP 20
Entwickler: Milestone/Dorna Sports S.L.
Publisher: Koch Media
Erschienen für: PS4, Xbox One, PC, Switch Spieler: Single/Mulitiplayer
Engine: Unreal Engine 4


Tour de France 2020
Entwickler: Cyanide Studios
Publisher: Nacon
Erschienen für: PS4, Xbox One, PC Spieler: Singleplayer


F1 2020
Entwickler: Codemasters
Publisher: Koch Media
Erschienen für: PS4, Xbox One, PC Spieler: Single-/Multiplayer
Engine: Ego Engine