Mode

Elastan – Held der Silhouette

Manchmal, aber nur manchmal lieben wir petrochemische Produkte. Im Fall von Elastan ist das so – denn wenn es kein Elastan gäbe, würden wir ­immer noch in ausgeleierten T-Shirts herumlaufen.

Text: Alex Pisecker / Foto: Getty Images

Elastan ist eine elastische Chemiefaser aus Blockcopolymeren und setzt sich aus Poly­urethan (85 %) und Polyethylenglykol (Poly­ether) zusammen. Das Urethan bildet steife und elastische Segmente, die gummiartigen Polyetherblöcke sind stark zusammen­geknäuelt, können aber leicht gestreckt ­werden. Durch diese Kombination entsteht extrem hohe Elastizität.


Elastan wurde in den 1930er-Jahren in Deutschland erfunden. Es gibt in der Natur keine Faser, die nur annähernd seine Eigenschaften aufweist. 1959 entwickelte der amerikanische Chemiker Joseph Shivers ein Verfahren zur Herstellung von Elastan im großen Stil für die Firma DuPont. Seit 1962 wurde die „Fiber K“ unter dem Markennamen Lycra vertrieben, im amerikanischen und asiatischen Raum spricht man von Spandex, weitere Marken sind Dorlastan (Bayer AG) und Linel. Also alles das Gleiche, im Volksmund wird es einfach „Stretch“ ­genannt.

Elastan tritt allerdings immer nur als Gemisch auf, am häufigsten mit Baumwolle, Viskose, aber auch mit Polyester. Es dehnt sich bis zu 700 %, und die Reißlänge liegt bei acht bis 15 Kilometern. Die Feuchtigkeitsaufnahme ist äußert gering, daher auch der Einsatz in der Bademode. Die Firma ­Fiorucci verwendete als erster Hersteller Elastan in ihren Jeans.

Durch die Elastizität sind Materialien, denen die Faser beigemischt ist, höchst formbeständig. Hersteller empfehlen übereinstimmend die 40-Grad-Wäsche. Die Faser lädt sich nicht elektrisch auf und ist „Pilling“-­resistent (kleine Knötchen, die bei Oberflächenreibung entstehen). Auf den Pflegekennzeichnungen wurde Elastan mit EL ­angegeben, jetzt finden wir dafür PUE vor – was sich aufs Polyurethan bezieht.