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Annie Lennox – Kollateralschaden

Chronisch Kranke sind eine mittlerweile riesige Gruppe von Menschen, die vom aktuellen Gesundheitssystem ignoriert werden. Annie Lennox ist so ein Mensch. Und sie ist wütend.

Foto: Getty Images

Hier kommt schon wieder der Regen, so ein Hit der großen schottischen Diva Annie Lennox (65), der gerade zu ihrer Gegenwart passt. Ihre Heimatstadt Aberdeen steht unter Wasser, das Lockdown-Barometer auf „Ende nie“, und sie hat Kreuzweh, nämlich chronisch, Konsequenz einer Wirbelsäulenoperation vor über zehn Jahren. Stichwort Kollateralschaden – ein Sammelbegriff für jene chronischen Beschwerden mit Handlungsbedarf, für die es im Covid-Jahr weder Ärzte noch Spitäler gibt, der Befund lautet immer: Warteliste. „Es ist wie im Mittelalter“, erregt sich Lennox, „eine unmenschliche Folter, Menschen Monate lang ihren unerträglichen Schmerzen zu überlassen, obwohl es eine Behandlung gäbe.“ Ihre Worte in Hippokrates’ Ohr. Profitable Nebenwirkungen verlautet nur die Apotheke. Painkillers sind der große Renner des Jahres.


Annie Lennox: www.annielennox.com/