AKUT

Ein Überfall in Coronazeiten

Jakob Stantejsky

Bei all den Irren, die derzeit herumrennen und ihren Mikrochip-5G-Maskenzwang-Corona-Bullshit von sich geben, freut man sich über jeden Einzelnen, der grundlegende Hygienevorschriften einhalten kann. Auch wenn er einen ausraubt.

Text: Jakob Stantejsky / Foto: Getty Images

Okay, idealerweise schafft man es, sowohl Hände zu waschen, als auch die Güter seiner Mitmenschen in der Obhut ihrer rechtmäßigen Besitzer zu belassen. Doch in Zeiten wie diesen ist uns ein zivilisierter Raubüberfall, bei dem niemand zu Schaden kommt und Corona zusätzlich ein Schnippchen geschlagen wird, fast lieber als der x-te Idiot, der ohne Maske in der U6 herumschnauft oder seine schwitzigen Hände nicht bei sich behalten kann.


In Indien also, genauer gesagt in Aligarh, haben letzte Woche drei Männer einen Juwelier überfallen. So weit, so „gut“. Doch das Überwachungsvideo entwickelt eine unfreiwillige Komik, da die Diebe erst feinsäuberlich ihre Hände desinfizieren, bevor sie ihre Pistolen aus dem Hosenbund zaubern.

Einen glatten Zehner gibt es von den Punkterichtern dennoch nicht. Denn einerseits betritt der dritte Mann das Geschäft erst, als die Desinfektionsphase schon abgeschlossen ist. Außerdem gehört er zu diesen Typen, die die Maske nicht über die Nase ziehen können. Bei einem Überfall mit Sicherheitskameras besonders intelligent. Und andererseits hält der Herr im dunklen Leiberl den Babyelefanten zu dem verschreckten Mitarbeiter nicht ein, während er den Safe leerräumt.

Alles in allem handelt es sich aber um einen ziemlich sauberen Überfall, in jeder Hinsicht. Denn auch die Beute kann sich sehen lassen: Knapp eine halbe Million Euro in Schmuck und Bargeld haben die desinfizierten Diebe mitgehen lassen. Wir hoffen, dass dieses Video in diversen Raubüberfall-Lehgängen gezeigt wird und angehende Verbrecher sich ein Beispiel nehmen. Halt nur, was die Hygiene angeht. Eh klar.