KULTUR

Dora Deliyska – Von Walzer bis Chopin

Dora Deliyska ist nicht bloß eine virtuose Pianistin. Ihr Ziel ist es, Klaviermusik zu inszenieren, Konzertprogramme zu erfinden, die verschiedene Kompositionsstile reflektieren. Wichtig ist ihr dabei vor allem die engagierte Interaktion mit dem Publikum.

Foto: Andrej Grilc

Das neueste Projekt heißt „Alles Walzer, einmal anders!“ und setzt das musikalische Konzept der 1980 in Bulgarien geborene Künstlerin fort, die schon die letzten Jahre über durch rege Konzerttätigkeit und ein sensibles Gespür dafür, klassisches Klavier-Repertoire dramaturgisch zu inszenieren, von sich hören machte. Die Pianistin baut darin eine komplexe Struktur rund um die Schlichtheit des Tanzes und zeigt ein an sich eingefahrenes Genre nicht nur modern und virtuos, sondern auch orchestral und impressionistisch. Unerwartet geben sich Komponisten wie Ligeti und Bartók ein Stelldichein mit Schubert und Strauss und erzeugen eine Klangwelt voll provokativer Rhythmen und innovativer Gedanken. Mit Ravels „La Valse“ erreicht das Programm seinen Höhepunkt und hinterlässt starke Emotionen. Die müden Monate von März bis zum Sommer nutzte die Bösendorfer-Artistin engagiert, um ein weiteres Projekt aufzusetzen: „Ich wollte etwas Kreatives aus dem Lockdown machen und habe mich intensiv mit Chopins ‚Préludes‘ beschäftigt. Diese Stücke sind von Haus aus klar strukturiert wie unsere Gesellschaft – bis etwas passiert, das die Struktur zerreißt. Also habe ich die Teile aufgesammelt und ein neues Kunstwerk zusammengefügt.“ More to come, man darf gespannt sein.


Dora Deliyska, „Alles Walzer, einmal anders!“ (Northstar Recordings)
Infos: www.doradeliyska.com