36 Blicke auf eine Nacht
36 Designer:innen zeigten in der Halle E im Wiener MuseumsQuartier je einen Look für die Eröffnung der Vienna Fashion Week.26. Die Opening Show „Velvet Nights“ startete am Montagabend in die 18. Ausgabe des Festivals, gehostet von FRITZ! Eyewear und moderiert von Sylvia Graf.

Draußen zieht an diesem Abend schon der erste Herbstwind über den Museumsplatz, drinnen in der Halle E ist die Nacht eine andere: Licht wandert über schwarze Wände, Nebel hängt tief über dem Steg, und ehe der erste Vorhang fällt, ist längst klar, worum es diesmal geht. Nicht um ein einzelnes Label, nicht um eine geschlossene Kollektion, sondern um 36 einzelne Antworten auf dieselbe Frage: Wie sieht die Nacht aus, wenn man sie in Stoff übersetzt? Ganz neu ist der Rollenwechsel der Halle E ohnehin nicht – erst im August hatte dort Schauspieler Philipp Hochmair mit einem eigens gestalteten Elektroauto für Aufsehen gesorgt, jetzt übernehmen 36 Namen den Raum.
36 Handschriften, ein Runway
Genau darin lag die Idee der Schau: Jede und jeder der 36 Designer:innen durfte exakt einen Look zeigen, nicht mehr. Klare Schnitte standen neben opulenten Roben, präzise Konstruktionen neben experimentellen Formen, zurückhaltende Entwürfe neben lauten Statements.
„Velvet Nights beschreibt für uns die besondere Stimmung einer Nacht, in der Licht, Bewegung, Texturen und Mode zusammenspielen. Gleichzeitig wollten wir den Designer:innen möglichst viel Raum für ihre persönliche Handschrift geben. 36 Looks zeigen 36 sehr unterschiedliche Zugänge zu Mode, und genau diese Vielfalt macht die Vienna Fashion Week aus“, sagen die Veranstalterinnen Elvyra Geyer, Zigi Mueller-Matyas und Maria Oberfrank.
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Altkleider, neu gedeutet
Einen Fixpunkt im Programm bildet, wie jedes Jahr, „Fashion Reloaded“ der Pensionist:innenklubs Wien. Heuer unter dem Titel „fenWomenal“ liefen 57 Looks über den Steg, entstanden aus bereits vorhandenen Kleidungsstücken, die für ihre Träger:innen individuell neu gestaltet wurden. Aus dem Kasten von gestern wird so, mit ein bisschen Schnitt und viel Zuneigung, das gute Stück von heute.
Von Teheran bis Bangkok
International wird es bei zwei weiteren Programmpunkten. Thailand ist heuer wieder mit dabei: Gemeinsam mit dem DITP Wien zeigen thailändische Designer:innen Entwürfe, in denen traditionelles Handwerk auf zeitgenössisches Design trifft. Noch dichter erzählt die Schau von Atena Neuhuber: Unter dem Titel „1001 Night: Tonight“ bringt ihre Fashion Academy Arbeiten von 26 iranischen Designer:innen auf den Laufsteg, mit dem roten Faden „Vom Dunkel ins Licht“ – Mode als Ausdruck von Identität, Freiheit und Widerstandskraft.
Ein Kreislauf für alte Stoffe
Auch das Thema Kreislaufwirtschaft bekommt seinen Auftritt: Beim Talk „Saubermacher goes Fashion“ geht es um die Weiterverwendung von Alttextilien, im Anschluss zeigt Gabriele Rigby mit ihrem Label Fröhlich die daraus entstandenen Entwürfe auf dem Laufsteg. Mode, die nicht endet, sondern von vorne beginnt.
Prominenz am roten Teppich
Zum Auftakt kamen, wie schon in den Jahren zuvor, viele bekannte Gesichter: Sängerin Doretta Carter, Fotograf Michael Dürr, Ex-Miss-Austria Linda Lawal, Anwalt Georg Zanger, Designer Atil Kutoglu, dazu Kerstin Lechner, Kathi Stumpf, Peter Legat und Roberto Lhotka, unter vielen anderen. Schon 2024 hatte die Vienna Fashion Week mit der inklusiven Schau „#uplift“ gezeigt, dass ihr am Steg mehr einfällt als reine Präsentation – heuer ist es die schiere Vielfalt der 36 Handschriften, die diese Linie fortsetzt.
Ab Mittwoch öffnet der Pop-Up-Store in der Shopping Area, wo einzelne Stücke der teilnehmenden Designer:innen direkt erhältlich sind. Bis Samstag folgen in der Halle E und G weitere Shows, Präsentationen und Talks der Vienna Fashion Week.26 – ehe sich der Nebel verzieht und der Museumsplatz wieder nur ein Museumsplatz ist, mit einer Nacht ganz ohne Samt.
Info: Vienna Fashion Week.26, Halle E & G im MuseumsQuartier Wien, noch bis Samstag, 19. September 2026. Programm und Tickets unter viennafashionweek.com.












