Der Grappagott kommt nach Wien
Vittorio „Gianni“ Capovilla, in der Fachwelt als „Grappagott Italiens“ verehrt, kommt am 10. Oktober persönlich nach Wien. Beim 10. Genussfest von Sussitz öffnet er von 15 bis 21 Uhr Raritäten.

Manche Freundschaften beginnen auf einer Messe. Im Jahr 1979 hat Helmut Sussitz gerade seine Vinothek in Klagenfurt eröffnet, als er auf einen Italiener trifft, der ebenfalls noch am Anfang steht und Grappa brennt. Wir schreiben das Jahr 1979. Seniorchef Helmut Sussitz hat den Familienbetrieb gerade neu ausgerichtet und seine Vinothek in Klagenfurt eröffnet. Auf einer Messe für feine Destillate lernt er einen Italiener kennen, der ebenfalls noch ganz am Anfang steht: Vittorio „Gianni“ Capovilla. Er brennt Grappe. Aber was für welche. Und fast ein halbes Jahrhundert später kommt nun derselbe Mann nach Wien.

Was Capovilla anders macht
Kompromisslos ist beim Destillateur aus Rosà (Brennerei seit 1988) schon das Ausgangsprodukt. Laut Sussitz zahlt er für besonders guten Trester rund 25 Prozent mehr als andere, verlangt aber, dass die Trauben nicht bis zum Letzten ausgepresst werden. Ein Rest Wein im Trester gibt seinen Grappe den tiefgründigen Charakter.
Gebrannt wird im Wasserbad. Die Brennblase wird nicht direkt befeuert, sondern sanft erhitzt. So lässt sich die Temperatur genau steuern, Bitterstoffe entstehen kaum und die feinen Fruchtaromen bleiben erhalten. Capovilla arbeitet zudem mit winzigen Mengen, oft nur wenigen hundert Flaschen pro Sorte und Jahr, mit handgeschriebenem Etikett, Kordel und Siegellack.
Raritäten für einen Nachmittag
Neben den Grappe bringt er rare Fruchtbrände mit und außergewöhnliche Rums, die nur selten zur Verkostung geöffnet werden. Der Rum entsteht auf Marie-Galante (Guadeloupe) aus reinem, pressfrischem Zuckerrohrsaft, unter anderem von alten Sorten wie „Canne Rouge“.
Termin und Adresse
Gefeiert werden das 10. Genussfest und zugleich zehn Jahre Sussitz Wien, gemeinsam mit vielen weiteren Produzentinnen und Produzenten. Zeit: 10. Oktober 2026, 15 bis 21 Uhr. Ort: Krummbaumgasse 2-4, 1020 Wien. Tickets gibt es im Sussitz-Shop unter sussitz.eu; einen Ticketpreis nennt die Aussendung nicht.
Und wie trinkt man Grappa?
Nicht eiskalt und nicht aus dem Stamperl, empfiehlt Sussitz: in einem kleinen, tulpenförmigen Glas, leicht temperiert und langsam. Dann zeigt sie, was in ihr steckt. Zeit hat man an diesem Nachmittag ja bis 21 Uhr.



