In caso di Schnee
COLMAR macht aus „In caso di neve“ ein „IN CASO DI SCHNEE“ und widmet Österreich den neuen Kampagnenspot zur Partnerschaft mit Ski Austria. Im Mittelpunkt stehen Conny Hütter, Lukas Feurstein, Marco Schwarz und Schauspieler Stefano Bernardin.

Ein einziger Buchstabe, und aus einem italienischen Claim wird eine Verbeugung vor dem Nachbarn. Wo Italien „neve“ sagt, sagt Österreich „Schnee“, und hier ist der mehr als eine Wetterlage: Er ist Landschaft, Kultur und vor allem Skileidenschaft. Zum Start der neuen Partnerschaft interpretiert die Marke ihren ikonischen Spruch deshalb neu. Wie die Looks dazu aussehen, zeigt unser Bericht über die Präsentation im Wiener FORMDEPOT.
Der Spot, kurz erklärt
Im Zentrum des Kampagnenspots stehen die Ski-Austria-Athleten Conny Hütter, Lukas Feurstein und Marco Schwarz sowie der Schauspieler Stefano Bernardin. Gemeinsam bringen sie die Verbindung von italienischer Ski-Tradition und österreichischem Spitzensport auf den Bildschirm. Die Partnerschaft zwischen COLMAR und Ski Austria ist auf vier Jahre angelegt und startet mit der Saison 2026/27.
Stefano Colombo im Gespräch
Stefano Colombo vertritt die vierte Generation der Familie hinter COLMAR. Im Gespräch mit dem WIENER erzählt er, warum es Österreich geworden ist, wie sich ein 100-jähriger Familienbetrieb neu erfindet und was der Klimawandel mit dem Jackengeschäft macht.

Über 100 Jahre Tradition
WIENER: Sie repräsentieren die vierte Generation der Familie Colombo und haben kürzlich noch mehr Verantwortung übernommen. Wie verbinden Sie das Erbe mit Ihrer eigenen Vision?
Stefano Colombo: Zunächst einmal empfinde ich es als großes Privileg, eine so bedeutende Marke und gleichzeitig ein Familienunternehmen repräsentieren zu dürfen. Natürlich bringt das eine besondere Verantwortung mit sich. Wenn wir über die Zukunft von COLMAR nachdenken, müssen wir uns stets bewusst sein, woher wir kommen und wofür unsere Familie steht. Ich habe von meiner Familie gelernt, wie wichtig Respekt ist: gegenüber den Menschen, gegenüber der Arbeit früherer Generationen und gegenüber all jenen, die am Aufbau des Unternehmens beteiligt waren. Gleichzeitig dürfen wir uns nicht ausschließlich auf unsere Geschichte verlassen. Eine Marke muss sich ständig weiterentwickeln. COLMAR wurde 1923 gegründet, und diese Fähigkeit zur Veränderung müssen wir bewahren.
WIENER: In einem Familienunternehmen sind Veränderungen nicht immer leicht. Wie schwierig ist es, neue Ideen einzubringen und Traditionen zu respektieren?
Stefano Colombo: Natürlich gibt es unterschiedliche Sichtweisen. Manche möchten Veränderungen schneller vorantreiben, andere bevorzugen einen konservativeren Ansatz. Ich halte das für etwas Positives, denn häufig liegt die beste Lösung irgendwo dazwischen. Wir arbeiten mit dem Kapital unserer Familie und verfolgen deshalb einen sehr langfristigen Ansatz. Unser Ziel ist es, ein Unternehmen zu schaffen, das auch in den nächsten 100 Jahren erfolgreich sein kann, und nicht nur in den nächsten fünf. Ein ganz wesentlicher Teil dieser Identität ist der Skisport. Er ist nicht einfach ein Geschäftsfeld für uns, sondern eine Leidenschaft, die in unserer Familie über Generationen weitergegeben wurde.
Klimawandel und Wintersport
WIENER: Der Klimawandel verändert die Winter, Schneesicherheit wird zum Problem. Kann sich COLMAR eines Tages vom Wintersport weitgehend unabhängig machen?
Stefano Colombo: Wir müssen uns darauf konzentrieren, was wir beeinflussen können. Das Wetter gehört nicht dazu, aber wir können nachhaltiger produzieren, recycelte Materialien einsetzen und unsere Prozesse weiterentwickeln. Der Klimawandel verändert unser Geschäft ganz unmittelbar. Ich bin gerade aus Mailand gekommen, dort hatten wir Temperaturen um die 25 Grad, zu einer Jahreszeit, in der es früher deutlich kühler war. Wir verkaufen Jacken, das ist nach wie vor unser Kerngeschäft. Wenn die Temperaturen länger ungewöhnlich hoch bleiben, wirkt sich das auf die Nachfrage aus. Deshalb übertragen wir unsere Kompetenz zunehmend auch auf Produkte, die nicht ausschließlich für den klassischen Wintersport gedacht sind. Und beim Skifahren selbst muss man für verlässlichen Schnee zunehmend in höhere Lagen ausweichen, während sich die Saison stärker ins Frühjahr verschiebt.
WIENER: Spielte Nachhaltigkeit schon für Ihren Vater eine Rolle, oder ist sie Ihr persönliches Anliegen?
Stefano Colombo: Mein Vater hatte sich zuletzt zunehmend aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen, war aber weiterhin eine sehr wichtige Persönlichkeit im Unternehmen. Er hat diese Entwicklung unterstützt, zum einen, weil sich der Markt verändert, zum anderen, weil es ganz einfach der richtige Weg ist. Seine Rolle bestand darin, die Richtung vorzugeben. Die Umsetzung lag dann bei uns und den Teams.
Warum Österreich?
WIENER: Sechzehn Jahre lang war COLMAR Partner des französischen Skiverbands. Warum jetzt Österreich?
Stefano Colombo: Zunächst möchte ich betonen, dass wir dem französischen Skiverband großen Respekt entgegenbringen. Es waren 16 außergewöhnliche Jahre, und die Entscheidung, die Partnerschaft zu beenden, wurde von beiden Seiten getroffen. Danach war für uns klar, dass wir weiterhin mit einem bedeutenden nationalen Skiverband im Weltcup arbeiten wollen. So ergab sich der Kontakt zu Christian Scherer vom österreichischen Skiverband, und die Gespräche entwickelten sich unglaublich schnell. Innerhalb weniger Monate waren wir uns einig. Was mich besonders beeindruckt hat, war die Professionalität des Verbandes, und gleichzeitig spürt man eine unglaubliche Leidenschaft für den Skisport. Es wird für mich zunächst wahrscheinlich ungewohnt sein, nach so vielen Jahren plötzlich den österreichischen Athletinnen und Athleten die Daumen zu drücken. Aber ich kann Ihnen versichern, dass ich zu ihren größten Unterstützern gehören werde.
WIENER: Skifahren ist in Österreich Teil der Identität. Welche Bedeutung hat der Markt für COLMAR, und was wollen Sie erreichen?
Stefano Colombo: Österreich ist ein ausgesprochen wichtiger Markt für unsere langfristige Entwicklung in Europa, genauso wie die Schweiz, Deutschland und Italien. Hier sehen wir noch sehr viel Potenzial, sowohl bei der Bekanntheit als auch bei der Präsenz. Wir nehmen die Inspiration aus dem Spitzensport und übertragen sie auf Mode und Lifestyle. Dafür verwende ich gern ein geografisches Bild: Unser Unternehmen liegt in Monza, genau zwischen Mailand und den Bergen. Auf der einen Seite die Modemetropole mit ihrer Vorstellung von Eleganz, auf der anderen die Berge, unsere Herkunft und unsere technische Kompetenz. COLMAR verbindet diese beiden Welten. Uns geht es nicht um kurzfristige Sichtbarkeit, sondern um eine langfristig stärkere Verbindung zum österreichischen Markt.
Premium, aber zugänglich
WIENER: Sie sind keine klassische Luxusmarke, aber auch kein Massenanbieter. Ist diese Positionierung bewusst gewählt?
Stefano Colombo: Absolut bewusst. Wir verstehen COLMAR als Marke im sogenannten Accessible-Premium-Segment. Wir haben nicht das Ziel, eine klassische Luxusmarke zu werden, das würde auch nicht unserer Geschichte entsprechen. Unsere Wurzeln liegen im Sport. Wir beginnen immer mit unserer Erfahrung dort und nehmen die technischen Eigenschaften, Materialien und Innovationen mit. Anschließend interpretieren wir sie in einer zeitgemäßen, stilvollen Form. Wir möchten hochwertige Premiumprodukte anbieten, die für unsere Kunden zugänglich bleiben.
WIENER: Viele wissen gar nicht, wie tief COLMAR im professionellen Skisport verwurzelt ist. Soll diese Geschichte künftig stärker in den Mittelpunkt?
Stefano Colombo: Absolut, und wir arbeiten bereits intensiv daran. Wenn ich eine Präsentation über COLMAR halte, beginne ich immer mit unserer Geschichte und unseren Werten, denn daraus entsteht unsere Glaubwürdigkeit. Unsere Produkte wurden über Jahrzehnte unter extremen Bedingungen auf höchstem Niveau getestet. Menschen möchten nicht einfach nur ein Produkt kaufen. Sie möchten Teil einer Geschichte und einer Gemeinschaft sein.
WIENER: In der Autoindustrie entstehen fast wöchentlich neue Marken ohne jede Tradition. Sehnen sich Konsumenten wieder nach Marken mit echter Geschichte?
Stefano Colombo: Die Zukunft vorherzusagen ist unglaublich schwierig. Aber ich glaube tatsächlich, dass eine authentische Markengeschichte an Bedeutung gewinnen kann. Wir werden mit Marken, Produkten und Kommunikation überflutet, und die Aufmerksamkeit der Konsumenten ist begrenzt. Der entscheidende Unterschied kann darin liegen, eine emotionale Verbindung aufzubauen. Genau hier spielt die Partnerschaft mit Ski Austria eine wichtige Rolle: Wir möchten den österreichischen Konsumenten zeigen, dass COLMAR sich seit Generationen dem Skisport verpflichtet fühlt. Wenn uns das authentisch gelingt, entsteht daraus weit mehr als Bekanntheit. Dann entsteht Vertrauen.
Was die Stars mitreden
WIENER: Reden die Athleten auch bei den Lifestyle-Kollektionen mit?
Stefano Colombo: Wir stehen in sehr engem Austausch mit den Athletinnen und Athleten. Zunächst geht es um die Technik: wie sich Produkte unter Wettkampfbedingungen verhalten, welche Materialien funktionieren, wo es Verbesserungen braucht. Dieses Feedback fließt auch in andere Kollektionen ein. Manche interessieren sich zudem besonders für Mode und Design und bringen eigene Vorstellungen ein. Gleichzeitig repräsentieren wir mit dem österreichischen Skiverband in gewisser Weise auch Österreich. Deshalb müssen wir sehr respektvoll mit der österreichischen Identität umgehen. Wir bringen unsere Designsprache ein, ohne unseren Stil einfach überzustülpen. Die bisherigen Rückmeldungen waren ausgesprochen positiv.
Der Mensch hinter der Marke
WIENER: Wer ist Stefano Colombo abseits des Büros?
Stefano Colombo: Meine Arbeit hat in den vergangenen Jahren einen sehr großen Teil meines Lebens eingenommen, und ich hoffe, dass das in den nächsten zehn Jahren nicht so bleibt. Durch den Verlust meines Vaters hat sich noch einmal viel Verantwortung ergeben, deshalb konzentriere ich mich jetzt darauf, die richtigen Strukturen zu schaffen. Zugleich schätze ich mich unglaublich glücklich, denn meine Arbeit verbindet sich mit dem, was ich liebe: Die Leidenschaft für den Skisport mit dem Beruf zu verbinden, ist ein wahr gewordener Traum. Im Winter bin ich auf den Skiern unterwegs, im Sommer spiele ich Golf, dazu Tennis und als Italiener natürlich Fußball, auch wenn wir gerade nicht die beste Zeit erleben. Außerdem reise ich gern und interessiere mich für Geschichte. Deshalb ist es für mich etwas Besonderes, in Wien zu sein: Das war die Hauptstadt eines der bedeutendsten Reiche der europäischen Geschichte.
WIENER: Gibt es etwas über Sie, das die meisten Menschen überraschen würde?
Stefano Colombo: (Lacht.) Das weiß ich ehrlich gesagt selbst nicht. Vielleicht sollten Sie diese Frage besser den Menschen stellen, die mich kennen.





