Dollys Nashville bleibt rosa
Dolly Parton ist tot, doch Nashville hält ihre Spuren sichtbar wach: vom neuen SongTeller Hotel bis zum Ryman Auditorium. Die Country-Ikone starb am 25. August 2026 im Alter von 80 Jahren, Fans finden in Music City sieben Orte, an denen ihre Geschichte weiterlebt.

Man kann Nashville auch ohne Dolly Parton bereisen, nur wäre es dann eine Stadt ohne Pointe. Wer heute aus Österreich anreist, kommt nicht mehr zu einer lebenden Legende, sondern zu ihren Wohnzimmern, Bühnen und Wandbildern. Die Tourismusorganisation Visit Music City hat dazu sieben Stationen zusammengestellt, die sich auch mit dem Wissen vom Tod der Sängerin lesen lassen, nämlich als Spaziergang durch eine Karriere.
Ein Hotel als Hommage
Am 29. September 2026 öffnete Dolly Partons SongTeller Hotel in der Innenstadt, gemeinsam mit dem Museum „Dolly’s Life of Many Colors“. Hotel und Museum gehörten laut Tennessean zu den letzten großen Projekten, an denen die Sängerin mitgearbeitet hat. Bühnenkostüme und Erinnerungsstücke aus ihrer Laufbahn sind ausgestellt, dazu gibt es farbenfrohe Kunst und einen eigens zusammengestellten Soundtrack. Der Name verweist auf Songwriting und Storytelling. Die Zimmerpreise beginnen laut Tennessean bei mehr als 400 Dollar pro Nacht, je nach Ausblick und Paket.
Wo die Opry zu Hause war
Das Ryman Auditorium war von 1945 bis 1974 die Heimat der Grand Ole Opry und zählt zu den wichtigsten Musikstätten der Stadt. Hier wurde Parton am Beginn ihrer Karriere in den Kreis der Opry-Mitglieder aufgenommen. Bei einer selbst geführten Tour lässt sich die Bühne erkunden, die Inszenierung „Soul of Nashville“ erzählt mit Archivaufnahmen, Filmsequenzen und Hologrammen die Geschichte des Hauses.
Die Grand Ole Opry selbst bietet eine Backstage-Tour. Parton gab dort schon mit 13 Jahren ihr Debüt. Wer den Abend exklusiver will, kann das Ticket um ein VIP-Erlebnis mit Premium-Lounge, Pre-Show-Party und Meet-and-Greet mit einem auftretenden Künstler erweitern.
Das Studio mit der Delle
Im Historic RCA Studio B auf der Music Row soll Parton auf dem Weg zur ersten Aufnahmesession mit dem Auto gegen das Gebäude gefahren sein. Bei einer Führung erkennt man noch heute das abweichende Mauerwerk. Später entstanden hier einige ihrer bekanntesten Songs, darunter „I Will Always Love You“ und „Coat of Many Colors“. Original-Ausstattung und historische Studiogeräte sind erhalten.
Von der Hall of Fame bis Pink
1999 wurde Parton in die Country Music Hall of Fame aufgenommen. Das Museum zeichnet die Geschichte der Countrymusik nach und beherbergt eine der ältesten noch betriebenen Buchdruckwerkstätten der USA, in der man ein Souvenir erwerben kann. Wer es greller mag, steigt auf die Rooftop-Bar White Limozeen im Graduate Hotel, benannt nach Partons Album von 1989, mit pinken Möbeln, Kristallleuchtern und einer überlebensgroßen Dolly-Skulptur.
Gassen und Wandbilder für Dolly
Die Printer’s Alley war einst Nashvilles Verlagszentrum und gehört heute zu den bekanntesten Ausgehvierteln abseits des Broadway. Nach der Schule trat Parton hier auf. Zu den ältesten Bars Music Citys zählen die Bourbon Street Blues and Boogie Bar und die Speakeasy-Lounge Skull’s Rainbow Room. Wer dazu den passenden Tropfen sucht, findet im Tennessee Whiskey eine naheliegende Antwort.
Dazu kommen Wandbilder in der Stadt, etwa „The Patron Saint of Nashville“ bei Tomacco Tacos + Tequila, ein Werk der Künstlerin Kim Radford an der Hume-Fogg High School und ein Bild an der Musiklocation The 5 Spot. Sie erinnern an Partons Engagement für Kinder: Ihre Imagination Library verschickt Bücher zur Leseförderung.
Anreise ab Österreich
Austrian Airlines nennt auf seiner Streckenseite Rückflüge Wien–Nashville ab 853 Euro, Anfang November 2026 sind Tarife um 860 Euro gelistet, kurzfristige Abflüge Ende Oktober liegen deutlich darüber. Eine reine Flugzeit nennt der Anbieter dort nicht, Buchungsportale geben im Schnitt gut 13 Stunden für den Weg an. Zu Preisen der einzelnen Touren machte die Presseaussendung keine Angaben, sie sind direkt bei den Häusern zu erfragen.
Nashville bleibt, was es war, nur ohne die kleine Frau mit der großen Perücke, die man hier an jeder Ecke noch zu hören glaubt. Gerade deshalb lohnt der Spaziergang.









