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Vom Witz zum Gipfel

Wie die meistbelächelte Automarke des Kalten Krieges zum Champion des Volkswagen-Konzerns wurde, warum Österreich dabei eine Hauptrolle spielt und was ein Berg bei Genf damit zu tun hat. Es gibt Karrieren, die verlaufen wie ein guter Schmäh: Anlauf, Verzögerung, Pointe.…

Von Gregor Josel · 16. Juli 2026 · 9 Min. Lesezeit
Zwei Škoda Peaq bei Sonnenuntergang, das neue Elektro-Flaggschiff aus der Škoda Geschichte
Der neue Peaq: das größte Škoda-Modell aller Zeiten. © Škoda

Wie die meistbelächelte Automarke des Kalten Krieges zum Champion des Volkswagen-Konzerns wurde, warum Österreich dabei eine Hauptrolle spielt und was ein Berg bei Genf damit zu tun hat.

Es gibt Karrieren, die verlaufen wie ein guter Schmäh: Anlauf, Verzögerung, Pointe. Bei Škoda dauerte der Anlauf gut hundert Jahre, die Verzögerung vierzig, und die Pointe fährt neuerdings elektrisch und heißt, mit entwaffnender Selbstauskunft, Peaq. Die Geschichte eines Aufstiegs, erzählt zwischen Mladá Boleslav und Salzburg.

TEXT: Gregor Josel · FOTOS: Škoda

Es gab eine Zeit, da war ein Škoda keine Anschaffung, sondern eine Steilvorlage. Wie verdoppelt man den Wert eines Škoda? Man tankt ihn voll. Warum hat er eine Heckscheibenheizung? Damit die Hände beim Schieben warm bleiben. Diese Witze wurden in den Achtzigern an österreichischen Wirtshaustischen mit derselben Verlässlichkeit aufgetragen wie das Gulasch, und niemand verlangte einen Wahrheitsbeweis, sie hatten ja Lacher. Ein Bekannter meines Vaters, Handelsvertreter mit Bezirksgebiet und Hang zur druckreifen Rede, erklärte damals feierlich, bevor er einen Škoda fahre, gehe er zu Fuß. Dann kam eine Kunstpause, er war ein Meister der Kunstpause, und dann der Nachsatz: „Und Sie wissen, wie ungern ich zu Fuß gehe.“

Nichts altert schneller als ein Witz, der sich auf die Gegenwart verlässt. Im Jahr 2025 war der Octavia das meistzugelassene Auto Österreichs. Nicht der meistverkaufte Škoda, nicht der beliebteste Tscheche – das meistzugelassene Auto überhaupt, vor dem Golf und allem anderen, was sonst noch Rang und Kühlergrill hat. Die Marke liegt hierzulande auf Platz zwei hinter VW, europaweit auf Platz drei, weltweit lieferte sie zuletzt mehr als 1.040.000 Fahrzeuge aus. Der geflügelte Pfeil im Logo zeigt seit dreißig Jahren stur in dieselbe Richtung: nach oben.