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Bruckner Sweetspotter

Sarah Wetzlmayr

Hit him if you can: Mit dem Sweet Spotter führt beinahe jeder Schlag zu neuen Erkenntnissen. Daraus lernt man angeblich.

Text: Thomas Bruckner / Fotos: Heiko Mandl

Der Sweet Spotter ist das revolutionärste Trainingsgerät im Tennissport seit Erfindung des Tennisrackets. Das Gerät sieht aus wie ein Baseballschläger, hat allerdings die gleichen Maße wie ein herkömmliches Tennisracket. Nach lediglich zehn Minuten Training mit dem Sweet Spotter verbessert sich das Tennisspiel wie von selbst. Die Schlagtechnik wird korrekter, der Treffpunkt optimiert sich. Insgesamt werden die Grundschläge präziser und Aufschläge krachen ins gegnerische Feld wie nie zuvor. Viele Weltstars trainieren mit dem Sweet Spotter.


_Test. Hält man den Sweet Spotter erstmals in Händen, erinnert das zugegeben an ein Tennisracket. Das liegt einerseits an der Form des Griffes, der natürlich mit einem Griffband umwickelt ist, andererseits aber auch an Gewicht, Länge und Balance des Sweet Spotters. Der erste Schlag verfehlt dann sein Ziel. Das war zu erwarten. Meine Augen kleben jetzt am Ball. Ting! Die gelbe Filzkugel jagt Richtung Himmel. Ein seltsames Gefühl. Der helle Ton, die minimale Vibration des Schlägers, all das fühlt sich doch anders als bei Schlägen mit herkömmlichen Tennisrackets an. Aber zumindest treffe ich ab jetzt die Bälle. Allerdings landen nur wenige davon im gegnerischen Feld. Die meisten Filzkugeln hauen irgendwohin ab. Nach rechts oben, nach links unten, dann wieder horizontal in die Ferne. Die Streuung ist enorm. Ein normales Tennisspiel oder auch nur simples Hin- und Herspielen ist mit dem Sweet Spotter völlig undenkbar. „Das ist nicht das Ziel“, erklärte mir Yann Azoux, ehemaliger Tennispro, Daviscupspieler und Erfinder des Geräts, bereits tags zuvor am Telefon. „It’s an eye opener, it’s amazing“, hallt es noch in meinen Ohren nach. Irgendwann greife ich wieder zum normalen Racket. Tja, und was geht da jetzt ab? Tennis, so leicht wie Daumendrehen. Ein Kinderspiel. Vorhand Longline? Kein Problem. Rückhand Cross? Bitte schön. Lob? Olé! Tatsächlich treffe ich die Bälle präzise wie sonst nie. Und grundsätzlich ist das ja auch klar. Natürlich zwingt die auf ein Minimum reduzierte Schlagfläche des Sweet Spotters zur korrekteren Ausführung des Schlages und klar trainiert man die Hand-Auge-Koordination aufgrund dieser Erschwernis geradezu automatisch. Folgerichtig auch logisch, dass einem anschließend Schläge mit herkömmlichen Rackets spielerisch leicht erscheinen. Alles nachvollziehbar. Dass die Auswirkungen allerdings derart extrem sind, überrascht mich dann doch. Leider verflüchtigt sich die Verbesserung langsam wieder. Schon nach einer halben Stunde treffe ich den Ball wieder weniger sauber als zuvor, die Ungenauigkeit schleicht sich erneut in mein Spiel. Trotzdem, der Sweet Spotter bringt mächtig Speed ins Spiel und ist für alle, die ihr Tennisspiel verbessern wollen, eine echte Bereicherung.

www.sweetspotter.com