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Gerüchteküche: Das Rinterzelt bleibt

Doch kein Abriss 2018, wie ursprünglich geplant? Überraschend fordert die UNESCO in einer Resolution den Erhalt des legendären Müllsammelzentrums in der Donaustadt, wie uns eine verlässliche Quelle gesteckt hat …

TEXT: MARKUS HÖLLER

Paukenschlag in Wien: Entgegen den kürzlich bekannt gewordenen Plänen, die seit 36 Jahren mit ihrer charakte­ristischen Silhouette die Skyline Wiens prägende Mülltrennungs­ anlage 2018 abzureißen, kommt jetzt Einspruch von ganz oben. Ganz oben ist im konkreten Fall die UNESCO und ihr für das Weltkulturerbe verantwortliches World Heritage Center. In einer spontan verabschiedeten Resolution wird die runde Zeltkonstruktion „als unerlässlicher Teil der Wiener Gesamt­architektur, die bereits durch das Historische Zentrum und die Gartenanlagen Schönbrunn Eintrag in das Weltkulturerbe gefunden hat“ als schützenswert empfohlen.


Das ursprünglich durch die private Firma Recycling Internatio­nal AG – kurz „RInter“ nanzierte (und nach deren Bankrott von der Stadt übernommene) Bauwerk ist zu großen Teilen eine Holzkonstruktion; mit 170 m Durchmesser und 68 m Höhe gehört es somit zu den imposantesten Landmarks seiner Art. Da die nötige Sanierung der aufgrund von jahrelanger Feuchtigkeit maroden Konstruktion sehr teuer käme, war der Abriss geplant. Die Wiener Stadtregierung und der Bund stehen nun vor einer finanziell schwierigen Aufgabe. Mittel aus dem Denkmalfonds, private Spender und nicht zuletzt ein kräftiger Zuschuss der UNESCO sollen die teure, aber nach dieser überraschenden und ehrenvollen Aufwertung unbedingt erforderliche Instand­setzung ermöglichen. Was bleibt, ist die Frage nach der Weiternutzung des Gebäu­des – die jetzige Verwendung ist eines Weltkulturerbes un­würdig.

Insiderinformationen zufolge ist im Kulturministerium eine Austropop-­Ausstellungshalle nach Vorbild der Rock and Roll Hall of Fame in Cleveland geplant, als erste Mitglieder werden Falco, Simone und die EAV vermutet.

Foto: picturedesk.com
Illustration: Bernd Püribauer