AKUT

Krautschädel statt Raucherlunge

Sarah Wetzlmayr

„Gesund Rauchen“ kann man sich zwar immer noch nicht, aber gesünder rauchen kann man jetzt mit Tee aus dem Mühlviertel. 

von Sarah Wetzlmayr

Im Mühlviertel werden gefühlsmäßig ja nicht allzu viele Zeichen gesetzt, die den Zahn der Zeit treffen. Neuerdings schickt man von dort aber Rauchzeichen nach draußen, die genau das tun. Ausgehend von der Wald- und Kräuterpädagogin Christa Öhlinger-Brandner braut sich hier nämlich eine kleine Kräuterrevolution abseits von Waldorf zusammen. Kräuter rauchen um mit dem Rauchen aufzuhören und das ohne die Gefahr polizeilicher Verfolgung – das verspricht das mühlviertlerische Kräuterrauchen. Geraucht wird hier, was normalerweise gegen Halsschmerzen getrunken wird – Kräutertee aus dem Mühlviertel. Es geht allerdings nicht um Berauschung, die sich irgendwie eine Nische der Legalität gesucht hat, sondern für die meisten von Öhlingers Kundschaft eher darum mit dem Rauchen aufzuhören und sich diesen schwierigen Weg hübsch mit Kräutern auzukleiden.

Von gesund kann hier allerdings genauso wenig die Rede sein wie bei Bio-Chips aus dem Bio-Supermarkt, die aufgrund ihres Bio-Hintergrundes diese frittierten Dinger plötzlich zu einem gesunden Lebensmittel machen sollen. An dieser Stelle kann man nur sagen: Leider, nein. Ähnliches trifft auch auf das Tee tschicken zu – denn Teer und Kohlenmonoxid werden trotzdem freigesetzt. Aus diesem Grund taugen die Tee-Tschick auch nur als Übergangsberauschung um mit dem Rauchen aufzuhören, nicht als Ersatzdroge. Gesundes Rauchen gibt es also nicht mal mit Bio-Zertifikat und wird deshalb leider weiterhin ein unerfüllter Wunsch der Bobowelt bleiben. Auch wenn sich die Zusammensetzung durchaus gesund anhört: Brombeerblätter, Spitzwegerich, Zitronenmelisse und Pfefferminze gehören zu den Hauptbestandteilen der Tee-Tschick. Für den umweltbewussten baldigen Nichtraucher mag die Tee-Tschick also die beste Alternative am Markt sein. Auch wenn man sich damit leider nicht „gesund rauchen kann“. Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, sollte sich am besten an Christa Öhlinger-Brandner wenden.

Foto: Getty Images