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Gloryfy Brillen – unzerbrechlicher Spirit aus Tirol

Gloryfy, das sind tatsächlich nahezu unkaputtbare Brillen! Und das Beste: Sie kommen aus Österreich, besser gesagt, aus dem Zillertal in Tirol. Wir trafen Gloryfy-Erfinder und Unbreakable-Pionier Christoph Egger zum Gespräch.

Interview: Gregor Josel

Christoph Egger, das ist einer jener Menschen, die einen Raum nicht einfach nur betreten. Er erscheint. Selbstbewusst, höchst sympathisch, tirolerisch. Und er brennt! Brennt für seine Marke Gloryfy, mit der er sich vor rund zwölf Jahren das Ziel setzte, eine unzerbrechliche Brille auf den Markt zu bringen. Mittlerweile ist Gloryfy zum Weltmarktführer dieser Technologie geworden und seit 2011 kann man die praktisch unverwundbaren Teile aus Tirol im Handel erwerben. Damals noch rein für den Sport- und Outdoorbereich. Seit 2014 ist die Technologie allerdings so weit fortgeschritten, dass sich die Tiroler dank wesentlich dünnerer Rahmen in die Lifestylewelt vorwagen. Wir trafen den sympathischen Visionär anlässlich des Kitzbüheler ­Rennwochenendes zum Interview.


Unbreakable. Vom Glas bis zum Rahmen – eine Gloryfy-Brille ist komplett biegsam. Foto: Hannes Sautner / Gloryfy

Herr Egger, als Erstes brennt mir natürlich eine Frage auf den Lippen: Warum? Warum ausgerechnet unzerbrechliche Brillen?
(lacht) Na ja, ich bin der absolute Quereinsteiger. Ich habe schon während meiner Lehre zum Sportartikelhändler und dann im darauffolgenden Marketingstudium irgendwie diese Produktentwicklungs-DNA verinnerlicht. Das hat mir immer schon wahnsinnigen Spaß gemacht. Und nachdem ich für mich wusste, dass auch die Werbung, in der ich nach dem Studium recht erfolgreich war, nichts Ewiges für mich ist, gründete ich damals mein erstes Start-up für Handyhalterungen aus Silikon. Das hat super geklappt, wir waren richtig erfolgreich damit. Eines Tages saß ich dann mit einem Kollegen beim Kaffee, und er hatte damals eine tiefe Verletzung unterm Auge, nachdem er sich bei einem Skiunfall den Rahmen seiner Brille dort hineingestoßen hatte. Er meinte damals eher scherzhaft, dass ich jetzt da mit meinem komischen Handyzeugs vielleicht mal eine biegsame Brille erfinden soll, damit ihm so was nicht mehr passiert. Und da hats bei mir irgendwie Klick gemacht. Das war etwas Nachhaltiges, das hat mich gereizt.

Und wann haben Sie dann tatsächlich mit der Entwicklung begonnen?
2006 haben wir damit begonnen, das Labor aufzubauen und eben in diese Richtung zu forschen.

Also doch immerhin fast sechs Jahre Entwicklungszeit?
Ja. Es war extrem herausfordernd. So um 2009 gab es Zeiten, da wars überhaupt nicht mehr wichtig, ob das jetzt erfolgreich wird oder nicht. Mir gings da eine Zeit lang einzig und allein nur noch darum, die Brille endlich fertigzubekommen – egal ob ich auch nur jemals ein einziges Stück davon verkaufen würde oder nicht. Aber 2011 war es dann endlich so weit und wir gingen mit Gloryfy raus in den Markt.

Waren Sie von Anfang an zufrieden mit den Produkten?
Letztlich war es insofern schwierig, als wir ja Dinge gemacht haben, die noch niemand vor uns gemacht hat. Am Anfang hatten wir da schon so einige Probleme und Herausforderungen. Wir mussten mit dem Markt, den Kunden und den Händlern lernen, es gab halt einfach noch keine Antworten auf einige unserer Fragen. Wir mussten alles selbst in der Serienproduktion lernen. Step by step.

Die ersten Brillen waren ja noch recht klobig im Vergleich zu den aktuellen Lifestyle-Modellen …
Ja, weil wir in den ersten paar Jahren technisch einfach noch nicht in der Lage waren, entsprechend dünne, aber ebenfalls so biegsame Materialien herzustellen. Aber seit 2014/15 sind wir nun auch so weit, dass wir ultradünne und damit auch coole modische Brillen produzieren können.

Was sind die nächsten Ziele für Sie und Gloryfy? Kommt irgendwann auch mal der Zeitpunkt, an dem Sie sagen, ja, okay, jetzt ist es genug?
Nein, um ehrlich zu sein, da bin ich mittlerweile viel zu sehr Enthusiast, was das Thema Brille und Unbreakable betrifft. Unbreakable braucht jeder! Auf der Reise, beim Sport – Gloryfy bringt dir immer den Unbreak­able-Benefit mit. Und es gibt keinen nachvollziehbaren Grund, warum unsere Brillen nicht auch global erfolgreich sein können. Unser nächstes Ziel ist aber jetzt einmal auf jeden Fall der deutsche Markt. Da ist die Konkurrenz natürlich enorm und die ­großen Player haben viel Macht am Markt. Aber das, was allen anderen fehlt, das ist unser Spirit, unsere ­Leidenschaft.

Gloryfy-Gründer Christoph Egger; Foto: Marc Haader / Gloryfy

Christoph Egger
kommt ursprünglich aus der Werbung und hatte Anfang der 2000er-Jahre, nach dem Verkauf seiner vorherigen Produktentwicklung die Vision einer unzerbrechlichen Brille. Nach über sieben Jahren intensiver Forschung und zahlreichen Rückschlägen kam die Marke Gloryfy 2011 auf den Markt. Ans Aufgeben dachte Egger nie, auch wenn es mal nicht so lief. Das nächste Ziel? Den deutschen Markt aufbauen und den großen, mächtigen Brillenmarken die Stirn bieten. Das Crowd-Investing-Project „Rebels“ findet man auf: gloryfy.com