KULTUR

Premiere im Kosmos Theater – „Jetzt müssen wir auf morgen warten“

Der programmatische Titel nimmt den Inhalt des Stücks von Amina Gusner vorweg: Wie geht es Frauen in Bezug auf Familie, Karriere, Liebe, Beziehung oder Sexualität? Für Kurzweil auf der Bühne des Kosmos Theater sorgen u.a. die bezaubernde Claudia Kottal sowie die unvergleichliche Singer-Songwriterin Clara Luzia.

Mit Sicherheit kann man von diesem Stück einiges über Frauen lernen – als Mann. Auch wenn – oder besser weil – Autorin Amina Gusner mit Klischees und Stereotypen spielt. Dabei lotet sie die Grenzen zum selbstbestimmten und gleichberechtigten Leben der Frau aus. In fragmentarischen Miniszenen erlebt man auf der Bühne drei Frauen, die über ihre Sexualität, Beziehungen, Trennungen, Familienkonflikte, Erinnerungen und Sehnsüchte reden. Oder sie lassen Begegnungen im Café Revue passieren und tauschen ihre tiefen Erkenntnisse beim Kochen aus. Wenn Sätze durch den Raum gewuchtet werden wie: „Ich hasse es, wenn ein Mann seine Finger in mein Leben steckt”, wird auch schnell dem größten Macho klar, eher in einer feministischen Show zu sitzen.

Echtes Leben vs Bühnenrealtität: Typisch Frau (so das Klischee) manipulieren sich die Protagonistinnen selbst und versuchen vor allem, sich anzupassen, um es allen recht zu machen. Erklärtes Ziel: sich in der Gesellschaft behaupten zu können. Doch immer wieder scheitern die Drei an sich selbst, oder an den äußeren Anforderungen. Darüber lassen sie auf der Bühne lautstark ihre Wut aus und zeigen feinfühlend ihre Ängste.


Vier Frauen warten auf das Morgen. Foto: (c) Amina Gusner

Claudia Kottal, Anna Kramer und Constanze Passin spielen die Rollenmodelle abrisshaft durch. Dabei reiht sich Wortdurchfall an Schweigen, bisweilen singen sie ihre Vision einer weiblichen Welt in die Welt hinaus. Den Sound dazu liefert die bekannte Wiener Singer-Songwriterin Clara Luzia, die derzeit auch mit der „Familie Lässig“ auf Tour ist.

Mitreißend ist das Spiel der Protagonistinnen alleweil. Allen voran sei hier Claudia Kottal erwähnt, die soeben allwöchentlich in der ORF-Krimiserie „Copstories“ als Kripobeamtin brilliert, ihre Vielseitigkeit aber auch als unvergessliche „Mary Vassillakou“ oder auch „Laura Rudas“ in der Sendung „Wir Staatskünstler“ unter Beweis stellte und gottlob derzeit zu einer der besser gebuchten Darstellerinnen im heimischen Fernsehen avanciert. In Kürze freuen wir uns auf ihren Part im österreichischen Spielfilm „Love Machine“ (neben Thomas Stipsits).

 

Jetzt müssen wir auf morgen warten

Mit: Claudia Kottal, Anna Kramer und Constanze Passin
Regie: Amina Gusner
Musik: Clara Luzia
Produktion: Koproduktion Kulturverein XYZ & Kosmos Theater
Termine: 29.1. (Uraufführung), 30. und 31. Jänner & 1., 2., 5. bis 8. Februar jeweils um 20 Uhr im Kosmos Theater