AKUT

Carlos Castaneda – Was sind deine Träume?

Jakob Stantejsky

Mit seinen „Lehren des Don Juan“ schuf der 1998 verblichene Anthropologe einen Megaseller für gezielte Drogenerfahrung. Seine Erben führen per Workshops in „die Kunst des praktischen Träumens“ ein.

Der in Peru geborene Anthropologe Carlos Castaneda wurde 72 Jahre alt, aber es existiert nur dieses eine Foto von ihm (unten). Den Grund hat er in seiner Buchserie „Die Lehren des Don Juan“ manifestiert: Du sollst dich nicht fotografieren lassen. Hat ihm sein Lehrer geflüstert, ein Yaqui-Indianer namens Juan Matus. Der ihm einen Schamanen-Weg des Wissens beibrachte – Begegnungen mit „Mescalito“, einem dem psychoaktiven Peyote-Kaktus innewohnenden „göttlichen Geist“, der es in sich hat. Jeder 1970er-Freak mit Selbsterfahrungs-Tick kannte Don Juan, er lieferte ein ebenso riskantes wie unwiderstehliches Rezept für angewandte Erfahrung mit psilocybinhältigen Drogen, basierend auf Fasten und sogenanntem „Nichttun“ und Kanalisieren von keimender Paranoia zwecks Finden von „Plätzen der Kraft“.

Ja, nicht uncrazy. Weniger bekannt sind seine Aktivitäten nach Rückzug aus dem öffentlichen Leben (1973) in sein Anwesen in Kalifornien, wo er mit anderen „Reisenden der Wahrnehmung“ die Organisation Clear­green gründete und seinen gelernten Schamanismus weiterentwickelte. Der auch im Kern der Traumtechniken steht, die heute in Workshops unter Führung der Castaneda-Schülerin Renata Murez gelehrt werden. Als Weg zu dem, was sie als „außerordentliches Leben“ bezeichnet.

Practical Dreaming, Infos: castaneda.com/practical-dreaming/

Fotos: Getty Images, Wikimedia/George G.