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Wie funktioniert Erektion?

Anders als unser naher Verwandter, der Schimpanse, haben wir keinen Knochen im Glied. Wie also wird ein Schlaffer steif?

Damit Sex elegant abgespult werden kann, müssen die neurologischen, psychologischen und hormonellen Systeme sowie das Netzwerk der Blutgefäße passabel arbeiten. Um eine Erektion hinzulegen, muss das Blutvolumen im Penis auf das bis zu Elffache angekurbelt werden. Körperchemisch trägt das Testosteron die Verantwortung für das bittersüße Phänomen der Erregung. Beim Rest des Prozesses gibt aber der (Blutgefäße erweiternde) Botenstoff Stickstoffmonoxid (NO) Gas. Ein Mann, der also dieses gewisse Prickeln im Unterleib verspürt, kann davon ausgehen, dass im Penis befindliche Nervenenden NO ans Gewebe abgeben. Konsequenz: Die glatte Muskulatur der Blut zuführenden Arterien erschlafft, der Schwellkörper füllt sich mit Blut, drückt auf die Venen des Penis und hindert das Blut am Abfließen. Damit die Erektion sich auch längerfristig hält, produzieren laut einem Urologen namens Arthur Burnett neben den Nervenenden auch die Endothelzellen der Penisarterien NO, die Gefäßmuskulatur bleibt schlaff, der Blutzufluss aufrecht. Der Schwellkörper bleibt unter Druck, die Erektion dauert an. Alles in allem ein formidables Kunststück, in Wahrheit.

Arthur Burnett: urology.jhu.edu/arthurburnett/index.php


Foto: Armand de Montlezun – Bacalum Morse – Wikimedia CC BY-SA 4.0: Walrus – Penis bone/Former collection of Armand de Montlezun