GENUSS

Die Schönheit der Sünde

Die Österreicher fuhren immer schon gerne der Sonne entgegen. Ein Sommerurlaub in Titos Jugoslawien war leistbar und bediente alle Sehnsüchte. An vielen Küsten konnte man sogar nackt sein. Heute geht es dort meistens gesitteter zu. Statt FKK und Camping wird vor allem in Kroatien „Glamping“ geboten: ein Mix aus Camping und Glamour, der immer mehr Fans hat.

Text: Georg Biron / Fotos: SGFD.O.O

Josip Broz Tito. So hieß er. Er war Automechaniker. Testfahrer bei Austro Daimler. Fuhr für Ferdi­nand Porsche in Wiener Neustadt. Später wurde er Soldat, Kommunist und Partisan. Kämpfte gegen die Nazis auf dem Balkan. Gründete das Land der „Brüderlichkeit und Einheit“. Wurde Staatspräsident von Jugoslawien auf Lebenszeit. Wollte sich von Stalin nix vorschreiben lassen. Orientierte sich lieber am Westen. Ging eigene Wege. Tanzte Walzer mit der englischen Königin. Kochte Nudeln für Sophia Loren. Richard Burton und Gina Lollobrigida waren seine Gäste.


Marschall Tito war ein Lebemann. Ein charmanter Diktator mit Charisma. Im nächsten Jahr ist er seit 40 Jahren tot. Am 8. Mai 1980 kamen 31 Staatspräsidenten, 22 Ministerpräsidenten, sechs Parlamentspräsidenten, 47 Außenminister, vier Könige und fünf Prinzen nach Belgrad. Vertreter aus 127 Staaten waren bei seinem Begräbnis vor Ort.

Titos Tod leitete den Zerfall Jugoslawiens ein. Hinterlassen hat er viele Anekdoten und große Mythen. Eine trauernde Witwe: Jo­vanka. Eine Yacht: die „Galeb“. Menschen, die ihn liebten und bewunderten. Menschen, die ihn hassten und verachteten. Und man fand 30 Kilogramm Goldbarren, 2.600 Goldmünzen, 149 mit Brillanten und Diamanten verzierte Schmuckstücke, 26.000 US-Dollar und 36.000 Deutsche Mark. Titos Lifestyle war kostspielig.
Grundsätzlich war Geld Mangelware in Jugoslawien. Der Staat brauchte Devisen. Tito schuf eine funktionierende touristische Infrastruktur. Und Urlauber aus ganz Europa fuhren oft „der Sonne entgegen“ und brachten ihr Geld auf den Balkan. Dort konnte man sich gehen lassen. Während Campieren und Nacktbaden in vielen Ländern streng bestraft wurde, war man bei den „Jugos“ tolerant.

FKK als Touristen-Magnet
Das jugoslawische Filmdrama „Schönheit der Sünde“ aus dem Jahr 1986 widmet sich dem Thema. Regisseur und Drehbuchautor Živko Nikolic zeigt, wie sich ein junges, frisch verheiratetes Ehepaar im jugoslawischen Hinterland Montenegros auf den Weg macht, um an der Küste einen Job im Tourismus zu finden. Als die schöne Jaglika, zugeknöpft und keusch, als Zimmermädchen in einem FKK-Hotel arbeitet, erregt sie der Anblick eines nackten Engländers so sehr, dass sie der „Schönheit der Sünde“ verfällt. Den Traditionen folgend, müsste ihr Ehemann Luka sie nun töten. Doch auch er hat sich an der Küste verändert.

Jugoslawien erlebte in den 1970ern und 1980ern einen massiven Urlauber-Ansturm. Nackt-Badestrände und FKK-Urlaubsanlagen in Jugoslawien waren in den Reisebüros buchbar.

Schon ab 1953 durfte in Kroatien splitterfasernackt an gekennzeichneten Stränden gebadet werden. Vor allem Istrien war bei Nudisten sehr beliebt. Sie genossen die Campingplätze, die nur von FKK-Fans genutzt wurden und dem Zeitgeist der Hippies verpflichtet waren.

Noch heute findet man nahe der Stadt Vrsar an der istrischen Westküste, eingerahmt von rund 1.000 Olivenbäumen, das Camp „Koversada“, den größten FKK-Campingplatz Kroatiens und zugleich den zweitgrößten in ganz Europa.

Der nackte König
Begonnen hat der Trend zur Nacktheit schon lange vor Tito. Im Nordwesten der kroatischen Insel Rab findet man die „Liebesinsel“ Frkanj. In der sogenannten Englischen Bucht kann man auch heute noch am Strand Kandarola nackt baden wie einst seine Majestät König Edward VIII. 1936 stiegen der König von England und seine Frau Wallis Simpson hier splitterfasernackt in die Adria. Damals war gewöhnlichen Leuten das nackte Baden noch verboten, aber für das adelige Gesocks galten eben immer schon andere Regeln.

Istrien und die Kvarner Bucht sind immer noch Paradiese für FKKler. Etliche Campingplätze und Ferienanlagen mit eigenen Uferzonen sind für die Nudisten reserviert. Doch die Hippies sind alt geworden, und die modernen touristischen Strategen orientieren sich nun an jüngeren Zielgruppen mit größerem Urlaubsbudget. Hauptsächlich Familien mit Kindern geraten dabei in den Fokus. Und deshalb werden die Nackten sozusagen in Reservaten untergebracht, um mit ihren Zumpferln und Dutteln den modernen Betrieb nicht zu stören.

Luxusnächte im Zelt
Das Online-Portal Glamping.Info ist das größte europäische Verzeichnis für Camping-Urlaube. Die D/A/CH-Region verzeichnete im Vorjahr deutliche Zuwächse: 31,051.262 Camping-Nächtigungen in Deutschland (+ 1,86 %), 6,408.324 in Österreich (+ 8,00 %) und 3,173.672 in der Schweiz
(+ 13,91%).

Naturverbundene Urlauber, die auf Komfort nicht verzichten wollen, setzen neuerdings auf „Glamping“. Dafür braucht man nur genügend Geld und den festen Willen, auf ein weiches Bett zu verzichten. Alles andere wird zur Verfügung gestellt.

Immer mehr Campingplatzbetreiber auf der ganzen Welt investieren in diesen Trend und erweitern ihre Angebote. Es gibt Baumhäuser, Tipis, Jurten, Lodge- und Safarizelte bis hin zu Mobile Homes, Zirkuswagen oder auch Chalets.

So liegt etwa das neue Istra Premium Camping Resort direkt am Meer auf einer romantischen Halbinsel unweit von Porec und setzt auf authentischen mediterranen Charme. Der kleine Hafen von Funtana befindet sich ganz in der Nähe.

Man kann zwischen drei verschiedenen Unterkunftstypen wählen. Mit den Parzellen am Meer kommt man dem ursprünglichen Camping-Feeling am nächsten – mit Grillabenden unter freiem Himmel und beeindruckenden Sonnenuntergängen.

Hohen Komfort versprechen die Premium Camping Homes, Chalets und Villen. Hier sorgen nicht zuletzt ein Privatpool und eine Lounge-Terrasse mit Meerblick für Luxus und Erholung, unabhängig davon, ob man als Paar, mit Freunden oder als Familie eingecheckt hat. Puren Luxus versprechen auch die Zelte mit einer Fläche von 35 Quadratmetern, die im Sunset Glamping Village errichtet werden. Sie haben neben zwei Schlafzimmern auch eine komplette Küche und ein Badezimmer, SAT-TV sowie eine große überdachte Terrasse.

Sommerliche Familien-Action
Für das Urlaubsvergnügen gibt es in der Destination ein breites Angebot an Infrastruktur und Freizeitvergnügen. Herzstück ist „Aquamar“, der Familien-Wasserpark mit mehr als 1.000 Quadratmetern. Dazu zählen Pools und Wasserrutschen mit einer Länge von insgesamt 350 Metern – wobei die größte Rutsche die „Twister Slide“ mit zehn Metern Höhe ist. Neben gepflegten Stränden, einem Sportpark, einer geräumigen Indoor-Entertainment-Zone und hochwertig ausgestatteten Kinderspielzimmern findet man hier auch einen Minigolfplatz mit 18 Löchern. Für Feinschmecker-Erlebnisse sorgen die Themen-Restaurants „Grano Duro“, „Oliva Grill“ und die „Mezzino Snack Bar“.

Es gibt ein tägliches Freizeit-, Fitness- und Übungsprogramm für alle Altersgruppen und ein abwechslungsreiches Abendprogramm mit Musik und Unterhaltung. Die Teen-Lounge hat das Prädikat „parentsfree“ und soll eine elternfreie Oase für Teenager sein. Das gesellschaftliche Zentrum des Resorts bildet die „Piazza“, wo sich Geschäfte, Bars und Hot Spots für Veranstaltungen sowie Restaurants aneinanderreihen.

Dem alten Tito hätt’s hier wahrscheinlich gut gefallen …

www.camping-adriatic.com

Nachhaltiger Urlaubstourismus
Valamar Riviera ist das führende Tourismusunternehmen, das Hotels, Resorts und Camping Resorts entlang der Adriaküste sowie in Obertauern in Österreich verwaltet.

In 34 Hotels und Resorts sowie 15 Camping Resorts kann Va­lamar täglich etwa 58.000 Gäste unterbringen. Valamar ist einer der größten Investoren in den Tourismus in Kroatien und der Region und hat bisher mehr als 667 Millionen Euro in den Wachstum und die Steigerung der Qualität des Tourismus-­Portfolios investiert. Die Strategie beruht auf dem Prinzip, dass Investitionen in das touristische Angebot ein Haupttreiber für langfristiges nachhaltiges Wachstum und eine moderne Entwicklung sind.

Die Werte des Valamar-Brands „All you can holiday“ spiegeln sich in fünf Produktmarken sowie den Valamar-Signature-Programmen wider. Diese schaffen den perfekten Urlaub und authentische Erlebnisse für jeden einzelnen Gast.

Valamar ist führend im Management von nachhaltigem Urlaub und Partnerdestinationen, in denen durch eine verantwortungsbewusste und nachhaltige Geschäftstätigkeit neue Werte für Aktionäre und die lokale Gemeinschaft geschaffen werden.

www.valamar.com