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Stefan Draschan – Der Kunstliebhaber

Jakob Stantejsky

WIENER-Leser kennen Stefan Draschan als Don Quijote der Straße, der per Fahrrad gegen Autos antritt. Der Rest der Welt – das ist tatsächlich so – zeigt sich begeistert über seine Kunst, Museumsbesucher beim Betrachten von Kunstwerken zu fotografieren.

Foto: Stefan Draschan

Er kann sich noch immer wundern. „Im Kinsky“, erzählt er dem WIENER, „waren 1.600 Leute, da kamen Familien samt Kindern aus der Provinz.“ Oder in Straßburg, „da rückte der Kultur-Attaché mit Schülergruppen an.“ Mitunter kommt auch Rührung auf: „Wenn ein 80-jähriges Kunstsammlerpaar (Helen Frankenthaler und Roy Lichtenstein, Anm.) erstmals deine Arbeiten sieht („People Matching Art“, Anm.), kommen dir Tränen in die Augen. Und dann kaufen sie auch noch ein paar deiner Bilder!“ Stefan Draschan, kosmopolitischer Künstler mit Wohnsitzen in Wien und Paris, wird sich daran gewöhnen müssen. Es ist nicht auszuschließen, dass die Welt ihn liebt. Auf jeden Fall spricht sie über ihn – hochkarätige Informanten wie CNN, Le Monde, ARD und selbst US-Talkmasterin Ellen DeGeneres haben über ihn berichtet, seit seine „People Matching Art“-Werke überall zu sehen sind. Reiner Zufall, sagt er. Um sich das Nichtrauchen anzugewöhnen, begann er, zu fotografieren. Und als er mal im Museum jemanden erspähte, der so aussah wie das Bild, das er betrachtete, drückte er ab. Und wie es so abgelutscht heißt: Der Rest ist History.


Stefan Draschan. Ausstellungen: Kunst gegen Rechts, Vilniuspassage, Mainzer Str. 36–37, 9. 10.–3. 11. 2019; Das Intime Autoportrait & Couples Matching, Galerie Lachenmann, Hinter der schönen Aussicht 9, Frankfurt, 29. 11. 2019. Fotobuch: Zufälle im Museum, 120 Seiten, Hatje Cantz Verlag, online-shop: www.hatjecantz.de/zufaelle-im-museum-7504-0.html; Homepage: www.stefandraschan.com