Motor

Ganz ohne Genierer

Schon 2017 hat Honda mit der Rebel einen patenten Cruiser in der 500er-Einsteigerklasse etablieren können. Für 2020 haben die Japaner der kleinen Rebellin ein umfangreiches Update verpasst.

Text: Gregor Josel / Fotos: Gregor Josel, Hersteller

Das Revival der 500er-Klasse hat in den letzten Jahren einiges an neuen Modellen in diesem Einsteigersegment gebracht. Einzig in Sachen Cruiser und Bobber gab es da nicht wirklich viel ­Auswahl. Honda nahm dies schon 2017 zum Anlass, mit der Rebel einen feinen kleinen Cruiser vorzustellen, der an die besten Zeiten der kleinhubigen Chopper aus den 80er- und 90er-Jahren erinnert, aber zeitgemäß mit State-of-the-Art-Technik statt Trommelbremsen ohne ABS auftritt. Das Konzept schien aufzugehen, und so erfreute sich die kleine Rebellin bei den Youngsters am Zweirad durchaus großer Beliebtheit, ganz ohne auch nur ansatzweise peinlich oder untermotorisiert zu wirken. Für 2020 hat Honda seiner Rebel ein umfangreiches Update zukommen lassen, das mehr Ausstattung, modernere Technik und bessere Performance bietet.


Optisch ist die kleine Honda ein gefälliges Wesen, das in bester Cruiser-Manier in Sachen Styling und vor allem auch Verarbeitung seinen größeren und teureren Konkurrenten um nichts nachsteht. Edle Details, auch die Plastikteile wirken hier ganz und gar nicht billig, coole Farben und zeitloses Cruiser-­Design zeichnen die neue Rebel schon auf den ersten Blick aus. Optisch wie auch technisch auffällig ist die nunmehr komplette LED-Beleuchtung. Der neue Rundscheinwerfer vorn hat einen Durchmesser von 175 mm und tritt zeitgemäß zum neuen Modelljahr mit LED-Technik an. Auch die neue, ultradünne, ovale Rückleuchte und die Kennzeichenleuchte wurden auf LED umgestellt. Abgerundet wird das LED-Upgrade durch neue, runde Mini-LED-Blinkleuchten mit nur 55 mm Durchmesser, in den Frontblinkern ist ein kreisförmiges Positionslicht integriert. In Verbindung mit dem schwarz ­lackierten Motor, dem fetten 130er-Vorderpneu und der gelungenen matten Jeans-Blue-Lackierung ist der Bobber-Look auch dank LED-Beleuchtung nun nochmals intensiver und ­moderner ausgefallen.
Die Sitzposition ist auch für größere Fahrer durchaus angenehm, wobei die Hauptklientel der Honda Rebel in der Regel wohl zwischen 160 und 170 cm Körpergröße misst. Für diese ­Kohorte ist die kleine Honda ­perfekt konzipiert, auch der neue, komfortablere Sitz trägt seinen Teil zum Wohlbefinden bei.

Befeuert wird die Rebellin vom 471 ccm großen Parallel-­Twin, den man aus der sportlichen CBR 500 R übernommen hat. Dank neuem Abgassystem ist die Rebel auch EURO-5-konform. Der Motor kann seine sportliche Genetik nicht leugnen, das macht durchaus viel Spaß mit nur 46 PS. Im Vergleich zur CBR setzt das Drehmoment aber deutlich früher ein, man muss also keine Drehzahl-Koloraturen drehen, um gediegen zu beschleunigen. Auch in höherem Gang und bei moderater Drehzahl lässt es sich vorzüglich cruisen. Die neue Anti-Hopping-Kupplung rundet das Package in Sachen Motori­sierung und Kraftübertragung gekonnt ab.

Viel getüftelt hat Honda am Fahrwerk. Die 41-mm-Gabel-­Standrohre werden durch breite Gabelbrücken, deren Abstand in der Breite 230 mm beträgt, geführt, um Stabilität, Handling und Style unter einen Hut zu bringen. Das Stahlrundrohr für die Schwinge weist massive 45 mm Durchmesser auf, die ­Stereo-Federbeine sind an der Federbasis in fünf Stufen verstellbar. Für das Modelljahr 2020 ist der Dämpfer nun mit Stickstoff befüllt, mit geänderter ­Federrate und neu geformten Dämpfergummis für eine festere, gleichmäßigere Dämpfung.

Die Bremserei ist gut auf das gesamte Layout der Rebel abgestimmt und einfach zu dosieren, ABS ist ja ohnehin verpflichtend mit an Bord. Dank hoher Wendig-­keit ist die Rebel auch perfekt für den Alltag im urbanen Umfeld geeignet, man wuselt gleichermaßen flink durch den Verkehr wie auch durchs Gebirge, und auch die eine oder andere weitere Fahrt lässt sich mit der Rebel durchaus angehen. Last, but not least hat Honda die 2020er-Rebel nun auch mit einer Ganganzeige im LCD-Display ausgestattet, das war einer der Kritikpunkte an der Vorgänger-Version. Alles in allem ist die neue Rebel ein tolles Einsteiger-Motorrad, das vor ­allem in Sachen Preis/Leistung volle Punktezahl erreicht, denn für nur 6.990 Euro bekommt man hier cooles Design, hochwertige Verarbeitung und Features und viel Fahrspaß geboten.

Honda CMX500 Rebel
Motor: Parallel-Twin, DOHC
Hubraum: 471 ccm
Leistung: 46 PS/43,3 Nm Drehmoment
Antrieb: 6 Gang, Kette
Bremsen: 295 mm v., 240 mm h. Scheibe, ABS
Sitzhöhe: 690 mm
Gewicht (vollgetankt): 191 kg
Tankinhalt: 11,2 Liter
Verbrauch: 3,7 l/100 km
Preis: ab 6.990 Euro