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„But can it run Crysis?“

Seit vielen Jahren ist diese Frage ein Running Gag, wenn es um die Leistungsfähigkeit von Hardware geht. Mit der Remastered Version soll sich das nun plattformübergreifend ändern. Ob es gelingt? Wir haben getestet.

Text: Markus Höller / Fotos: Hersteller

CPUs und Grafikkarten kamen seit jeher mit „Crysis“ und seiner namensgebenden Engine nur sehr schwer zurecht. Nicht etwa, weil diese CryEngine dahinter schlecht programmiert wäre – sie kann einfach sehr viel. Und das muss der Rechner einfach abkönnen. Die vom Deutschen Cevat Yerli und seiner Firma Crytek entwickelte Hochleistungsmaschine konnte schon früh im Klassiker „Far Cry“ mit unterschiedlichsten, äußerst beeindruckenden Features überzeugen. Theoretisch. Denn die Routinen konnten von den vorhanden Grafikkarten meist nur mäßig gut unterstützt werden – die Engine war ihrer Zeit weit voraus.


Als schließlich Ubisoft das Potenzial der „Far Cry“-Reihe erkannte, wurde diese kurzerhand rausgekauft und weiterentwickelt (wir dürfen uns auf „Far Cry 6“ für die neuen Konsolen nächstes Jahr freuen), allerdings mit der modifizierten Engine namens Dunia. Der beim Stammhaus verbliebene Code befeuerte in den letzten Jahren nicht so bekannte, aber durchaus erfolgreiche Titel wie „Sniper: Ghost Warrior“ oder „Prey.“ Und eben auch die „Crysis“-Reihe rund um mit Biosuits aufgepumpte Söldner. Mit dem Remaster des originalen ersten Teils der Reihe kann sich der geneigte Gamer nun nicht nur etwas Nostalgie auf Konsole und PC holen, sondern auch etwas fürs Auge. Wenn auch – altes CryEngine-Leiden – mit einem kräftigen „Ja, aber“. Denn nach wie vor ist es eine Frage der Hardware (und somit der Börse), inwieweit man in den vollen visuellen Genuss des Spiels kommt. Schon klar, mit pipifeiner Hardware, überhaupt jetzt nach dem völlig eskalierten Wettrüsten von Nvidia und AMD, kann man sich, am PC wohlgemerkt, die volle Gönnung in 8K mit Raytracing geben, mit allen Bells and Whistles wie der Bretone sagt. Auf PS4 Pro und Xbox One X sieht das schon anders aus. 4K, klar, aber nur ohne Raytracing. Und wenn doch, dann eben nur noch HD. Und auch wenn das Spiel auch noch auf der „normalen“ PS4 und Xbox One läuft, muss man schon mit dem einen oder anderen Glitch rechnen. Bei einer Grafik, die dann stellenweise doch etwas angestaubt wirkt, wenn man auf z.B. das Anfang des Jahres erschienene „The Last of Us 2“ blickt. Fazit: kann man, muss man aber nicht.

Cryis Remastered
Entwickler/Publisher: Crytek
Erschienen für: PS4, Xbox One, PC
Engine: CryEngine V
Spieler: Singleplayer