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WIENER ROCK’N’ROLL

Christian Jandrisits

(WIENER ARCHIV/Nummer 5/1980) 1957 wurde in den Wiener Juke-Boxen praktisch nur noch Rock ’n‘ Roll gespielt. Im Gegensatz dazu war es um die Live-Musik chronisch schlecht bestellt. Während die Jazz-Szene blühte und praktisch jedes Kaffeehaus mit Nachtgeschäft und jede Bar eine Live-Band beschäftigte, konnte sich kein Wiener Rock’n’Roll-Sänger profilieren …

Text: GERRY WELLES

1980 – Jeden Freitag treffen sich die Wiener Rock ’n‘ Roller im First Vienna Rock ’n‘ Roll-Club in der Linzer Straße. Jeden Samstag aber versammelt Rudolf „Rockin‘ Rudi“ Veigl seine unheiligen Jünger im Kagraner Zentrum 22 in der Steigenteschgasse zum Klang der heißesten Fetzer: Der beste Wiener Rock ’n‘ Roll-Club heißt Saturday Night.

Faksimile/WIENER Nr. 5/Inhalt/PALMERS Werbung

Hier treffen sich Rocker, die seit zehn Jahren kein Tanzlokal mehr von innen gesehen haben, und legen die Sohle aufs Parkett, die sie in den großen Jahren des Rock ’n‘ Roll, 57/58, in der Lahm und beim Rausch, den damaligen Zentren der Besessenheit gelernt haben. Was den Enddreißigern (und darüber) noch heute in die Beine fährt, sind die zündenden Rhythmen, die vor 25 Jahren eine Epidemie auslösten, der die damals 17 jährigen bedingungslos verfallen waren.

Für einen echten Schlurf, wie die am Rock’n’Roll-Fieber erkrankten wegen ihrer öligen Haare, im Nacken zum Pack/ gescheitelt, von den entsetzten Erwachsenen geschimpft wurden, sah das Wochenende regelmäßig so aus: Samstag nachmittags Perfektion beim Hochstetter in der Alser Straße. Samstag abends Perfektion in der Lahm. Sonntag nachmittags von drei bis sechs zum Mader, abends wieder in die Lahm oder zum Rausch, je nachdem, wo die besseren Platten aufgelegt wurden. Und wenn einer auch unter der Woche fortgehen durfte, schaffte er dazu noch am Mittwoch den Hofstetter und am Donnerstag den Rausch.

Die Lahm, der Rausch, der Hofstetter, das waren die führenden Tanzschulen, in denen den offenen Tänzen gehuldigt wurde. Offen Tanzen war die Weltanschauung, die sich klar von den geschlossenen Tänzen absetzte, bei denen Partner und Partnerin einander zum Gesellschaftstanz in die Arme nahmen.

In den traditionellen Tanzlokalen war es streng verboten, offen zu tanzen, während man in den Rock’n‘ Roll-Cafés höchstens zum langsamen Blues, zum Lamourler in den Clinch ging.

Gleich nach dem Krieg hatten die amerikanischen Besatzungssoldaten die offenen Tänze in den Militärbars exerziert, schon Anfang der fünfziger Jahre kam langsam eine Linie in das Ganze. Man tanzte Boogie und seine wilde Abart, den Jitterbug (Zitterkäfer), bei dem die Partnerin schwungvoll durch die Luft geschleudert wurde. Dazu gehörte allerdings viel Übung und Kraft und ein absolutes Leichtgewicht von Dame.

Weil die Wienerin schon damals eher mollig war, die männliche Nachkriegsjugend aber im Schnitt stolze sechzig Kilo Lebendgewicht auf das Parkett brachte, zog man allgemein den gepflegten Boogie mit dem Takt in der Hand vor.

Die Erklärung verschiedener Stile ist nicht leicht. Fest steht, daß ein geübter Tänzer bei den ersten Schritten erkannte, wo seine Partnerin den Boogie-Woogie gelernt hatte.
Die Hofstetter-Schule war noch am ehesten dem Swing verpflichtet, die Partnerin ging selbständig und leicht und brauchte nur wenig Führung. In der Lahm tanzte man den typischen Rhythm‘ and Blues-Stil, während beim Rausch der aggressive Rock ’n‘ Roll getanzt wurde. Also extrem schnell mit betontem Handtakt. Das heißt, der Takt wurde per Handführung kräftig an die Partnerin weitergegeben, man tanzte körperbetont, ja attackierend. Das war in etwa der brutale Rock ’n‘ Roll der Rauschbrüder, der aber nicht zu verwechseln ist mit dem gefühllosen Stil der deutschen Tänzer und deren wildem Herumgereiße. Auch der extreme Wiener Stil zeigte immer Zusammenspiel der Tänzer, laufende Verständigung über Handtakt und Körperführung.

In den Jahren ab 1955 wurde zunehmend in allen Cafés Rock ’n‘ Roll getanzt. Ein non plus ultra war das Hinterzimmer des Rusterstüberls in der Margaretenstraße, aber auch im Café Starhemberg in der Wiedner Hauptstraße hielt das Saturday Night Fever bis in die frühen Morgenstunden an. Nicht zu vergessen den berüchtigten Dumser in Neulerchenfeld, dem Gerhard Bronner im G’schupften Ferdl ein ebenbürtiges Denkmal setzte. Wie der Dumser war auch der Löffler in Penzing bekannt für seine buchstäblich täglichen Raufereien. Beide Lokalitäten wurden auch knapp nacheinander polizeilich geschlossen, worauf sich die Szene nahezu ausschließlich auf die Tanzschulen verlagerte.

So wild es in den schummrigen Bars der jungen Nachkriegsschieber zuging, so gesittet betrat der Siebzehnjährige die Tanzschule seiner Wahl. In Anzug und Krawatte, wie es sich gehört.
Während beim Mader auch außerhalb der Hitzeperioden der Krawattenzwang aufgehoben war, konnte keiner die Kassa der Wanda Rausch ohne Krawatte passieren. Wer keine bei sich hatte, mußte sich an Ort und Stelle eine kaufen. Er bekam an der Garderobe ein achtzig Zentimeter langes, schwarzes schmales Vorhangband für einen Schilling fünfzig.

Das schmale schwarze Band, im amerikanischen Knoten gebunden, war ein Kennzeichen der Schlurfmode, wie Ochsenblutschuhe und karierte breitschultrige Sakkos, die man peinlich vor Regen schützen mußte, weil sonst die wattierten Schultern einfielen, was einen traurigen Eindruck hinterließ. Auch passionierte Langsamtänzer liefen ständig Gefahr, daß die Partnerin die Schultern eindrückte oder den extrem langen und spitzen Schuhen auf das Spitzerl stieg.

Absoluter Maßstab der Oberkleidung war die Auslage von Dolores beim Matzleinsdorfer Platz, eventuell noch Alexa in der Quellenstraße. Der Lehrling, der sich bei fünfundvierzig Schilling Wochenlohn niemals den SiebzehnhundertSchilling-Anzug von Dolores leisten konnte, orientierte sich an der Auslage des Modegeschäftes und kaufte dann billig bei den Geschäftsleuten in der Judengasse.

Die passenden Schuhe mit hohen weißen Kreppabsätzen fand man bei Bendy in der Rotenturmstraße und bei Niko, dem Griechen in der Dapontegasse, der heute noch zwei Schuhmärkte in der Landstraßer Hauptstraße führt.
Kostspielig wie die Kleidung waren auch die Schallplatten. Eine Single kostete achtundzwanzig fünfzig, also einen halben Wochenlohn. Daher war der heiße Tip die Triester Straße Nummer eins, wo Kratky, der Phono Fan neue Platten an Tonbandfreunde zum Überspielen verkaufte, die kaum gespielte Scheibe wieder zurücknahm und sie für neunzehn fünfzig nochmals verkaufte.
Völlig unerschwinglich waren Langspielplatten, für die man schon damals hundertfünfzig Schilling hinblättern mußte.

Faksimile/Wiener Rock’n’Roll/1980

Was sich der junge Lehrling hingegen von Mal zu Mal leistete, waren die zehn Schilling Eintritt zum Existentialistenlokal Adebar in der Annagasse, wo praktisch die gesamte heute etablierte Kunstszene einen exzellenten Schoßboogie tanzte. Hier gab es ständig Live-Musik mit verschiedenen Einsteigern, hier konnte man sich neue Figuren abschauen, die man dann mit der eigenen Partnerin einstudierte.

Plattenneuheiten erfuhr man kaum im Sender Rot-Weiß-Rot, in dem nur Fred Ziller einmal die Woche amerikanische Neuheiten vorstellte, eher schon im US-Militärsender Blue Danube Network, ebenso mono wie unser Radio Blue Danube. Hier ging erstmals Bill Haleys „Crazy Man Crazy“ in den Äther und leitete die Hysterie des Rock ’n‘ Roll in Wien ein. Wichtigster Informant aber war Radio Luxemburg, mit feiner Hand eingestellt auf der Siemens Grazietta, Röhrenportable mit Anodebatterie und Heizbatterie, Baujahr 57.

Das führende Plattengeschäft am Platz war der Schallplatten Kratz auf der Mariahilfer Straße, der schon damals mit eigenen Direktimporten die Konkurrenz um Längen schlug und noch heute im Disco Cat eine Fundgrube für Sammler bietet. Bei Kratz kauften auch alle DJs ein, die Aufleger der Tanzschulen, die einander die raren Einzelstücke wegschnappten.

Denn die Musik war Nummer eins. Wenn der Philipp in der Tanzschule Rausch besser auflegte als sein Kollege in der Lahm konnte er mit vollem Haus rechnen. Die Tänzer gingen dorthin, wo die heißeren Fetzer zu hören waren. Derselbe Krieg um das P.T. Publikum tobte um Juke-Boxen der verschiedenen Kaffeehäuser. Der Kaffeesieder selbst hatte hatte meistens keine Ahnung, brauchte auch keine zu haben, denn seine Stammgäste programmierten sich die Juke-Box selbst, indem sie den Mann, der die Selection neu bestückte, belagerten und jede Platte ablehnten, die nicht ihrer musikalischen Vorstellung entsprach.

1957 wurde in den Wiener Juke-Boxen praktisch nur noch Rock ’n‘ Roll gespielt. Im Gegensatz dazu war es um die Live-Musik chronisch schlecht bestellt. Während die Jazz-Szene blühte und praktisch jedes Kaffeehaus mit Nachtgeschäft und jede Bar eine Live-Band beschäftigte, konnte sich kein Wiener Rock n‘ Roll-Sänger profilieren. Die Combos spielten je nach Publikum neben vereinzelten R & R Nummern genauso platte Schlager, Heurigenlieder und Walzer. Die Bemühungen von Rocky Jackson, bekannter als Journalist Erhard Jungnickl, Ditta Zusa, spätere Lolita und Bill Sanders von den Bambis blieben Beiwerk.
Keiner der großen US-Stars kam damals nach Wien. Also feierte man statt Elvis original einen Peter Kraus im Baumgartner Casino. Übrigens ein denkwürdiges Konzert, weil die Balustrade Feuer fing und dennoch keiner der Gäste Lust hatte, den Saal zu verlassen. An Stelle eines Bill Haley trat Paul Wurges an der Löwingerbühne auf und bestätigte sich als „Bill Haley von Deutschland“ mit schrägen Slide Downs auf der Steele Guitar.
Ende der fünfziger Jahre erfand Chubby Checker den Twist, der sich eine Zeitlang parallel zum Rock ’n‘ Roll entwickelte, Die große Wende kam dann Anfang der sechziger Jahre mit den Beatles. Der Rock ’n‘ Roll ging nahtlos im Pop-Geschehen auf. Viele lösten ihre alten Plattensammlungen auf, man tanzte keinen Boogie mehr.

Rock’n’Roll Baby!

Erst in den siebziger Jahren erinnerten sich manche wieder an die guten einfachen Klänge.
Die Creedence Clearwater stimmten Suzie Q an und die Altspatzen trafen sich erneut in Wirtshäusern, um ihre alten Platten zu spielen und zu tauschen.

Daraus entstand der First Vienna Rock ’n‘ Roll Club, gegründet von Peter Chromy, Und in der Folge die große Konkurrenz: der Rock’n’Roll Club Saturday Night, der dem Revival eine neue professionelle Färbung gab. Drahtzieher dieser Entwicklung ist Rudolf Veigl, der Rockin‘ Rudi mit seinem Plattenladen Bim Bam Records in der Lessinggasse, beim Augarten.

Das Schallplattengeschäft, das sich nahezu ausschließlich den Sammlern von Schallplatten widmet, die mindestens zwanzig Jahre alt sind, entwickelte sich folgerichtig aus der Sammelwut des Rockin‘ Rudi. Zuerst sammelte er für sich, dann begann er, für sich und seine Freunde Platten aus dem Ausland zu besorgen. Als der Zoll schließlich nicht mehr glaubte, daß alle von Rockin‘ Rudi importierten Platten für den Privatgebrauch bestimmt seien, kümmerte sich Rudi um eine Konzession und stieg professionell ins Plattengeschäft ein.

Anfang April kam Rockin‘ Rudi von seiner ersten Einkaufsreise in die Heimat des Rock ’n‘ Roll zurück. Die Geschäftstour führte ihn von New York City bis Texas. Er traf viele der Sammler und Händler persönlich, die er bisher per Telefon oder Plattensendung kannte. Dennoch konnte er nur einen Teil der insgesamt fünftausend Bezugsquellen aufsuchen, die er allein in den USA kennt.
Rockin‘ Rudi hat auch als erster richtige Auktionen in Wien abgehalten, die von Ausländern wie Alan Levin und Robert Setlik bestückt wurden. Bei der ersten großen Auktion am 1. Dezember 1978 (Jamboree & Go Johnny Go) wurden in Kagran an zwei Tagen 380.000 Schilling umgesetzt. Der Holländer Henk van Broekhoven kam persönlich mit 1500 LPs angereist, die alle ihre Abnehmer fanden. Rockin‘ Rudi kann von sich behaupten, daß er jede Platte besorgen kann, wenn er Label und Nummer weiß. Allerdings muß der Besteller damit rechnen, daß er für eine seltene Single wie „Rock-a-bayou Baby“ von den Moonlighters (Tara 102) bis zu viertausend Schilling hinblättern darf.

Verkauft wird auf drei Arten. Entweder im Set Sale mit angeschriebenem Fixpreis. Oder im Versteigerungsweg mit Mindestanbot. Ganz seltene Stücke aber werden ohne Preis angeboten. Hier wählt der Händler aus den Zuschriften das höchste Angebot aus, wobei eine Single auch auf 12.000 Schilling klettern kann. Schauplatz dieses Wechselspiels von Angebot und Nachfrage sind die endlosen kleingedruckten Angebotslisten in den diversen Fachzeitschriften, vor allem in der wichtigsten, der Goldmine, die in der schönen Stadt Frazer in den USA erscheint.

Auf der Goldmine beruht auch die Macht des Rockin‘ Rudi. Nur er weiß, wo dieses wichtigste Magazin für den Sammler zu beziehen ist. Nur er kann die Listen der Anbieter lesen und interpretieren. Nur er kennt die Musik, die sich hinter der Chiffre der Plattennummer verbirgt. Nur er kann die Spreu vom Weizen unterscheiden.

Rockin‘ Rudi sitzt auf der Goldmine. Und verkauft sein Wissen teuer. Im Windschatten von Rockin Rudi Veigl und seiner Bim Bam Records füllen die Wiener Sammler ihre Bestände auf und bestücken die Repertoires der beiden Wiener Rock ’n‘ Roll-Clubs. Und wenn in irgendeiner Wiener Disco ein heißer R & R-5-Uhr-Tee gekocht wird, dann kann man sicher sein, daß Rockin Rudis Importe sich auf dem Teller drehen. Selbstverständlich legen Rudis Klienten auch bei den wöchentlichen Club-Sessions in Hütteldorf und Kagran auf, womit sich die alte Konkurrenz der Aufleger, die schon für die Tanzschulszene der fünfziger Jahre typisch war, im Rock’n‘ Roll-Revival der achtziger Jahre wiederholt.

Als bester Aufleger wird Johann Talkner gehandelt, der sich als gefühlvoller DJ auf keine bestimmte Richtung (Rhythm‘ and Blues oder Country & Western), sondern einzig auf Stimmung und Geschmack seines Publikums festlegt.

Faksimile/WIENER Nr. 5/SCHOKO Werbung

Neben dem Plattenteller wird auch die Live-Szene neu belebt. Und hier feiert eine Truppe fröhliche Urständ, die schon vor zwanzig Jahren an der Spitze der österreichische Rock ’n‘ Roll-Bands geigte: die Fenders.

Wer an einem Sonntag des Jahres 1960 das Linzer Tanzlokal „Rosenstüberl“, von seinen
Stammgästen zärtlich „Ro“ genannt, betrat, der wußte, warum er hier war. Noch während er an der Garderobe seine Überbekleidung los wurde, schlug ihm schon der beherzt rockende und rollende Sound der Fenders entgegen. Damals war die Bühne des „Ro“ der Schauplatz eines anhaltenden und lautstarken Gefechtes. Ein rundes Dutzend von Amateurbands kämpfte erbittert um die Gunst eines sehr kritischen Publikums, der Lederwesten der Stahlstadt Linz und ihrer tanzfreudigen Begleiterinnen, der Ro-Stuten. Der todernste Professionalismus des Fenders sicherte ihnen über Jahre den ersten Platz vor den Burns und den Flamingos und allen anderen.

Das Gründungsjahr der Fenders, 1960, erklärt ihren musikalischen Standpunkt. Noch war der Aufruf des blinden Genius Ray Charles von 59 „What did I say“ in aller Ohren, während im Hamburger Star Club schon die Liverpooler Pilzköpfe gegen einen entfesselten Jerry Lee Lewis anspielten. Genau an der Schnittstelle zwischen Rock ’n‘ Roll und Beat bauten die Fenders ihre Anlage auf und gingen der Rock-Musik auf den Grund.

Sie priesen an die tausend Mal den Stammvater Chuck „The Duck“ Berry mit Maybelline, Memphis, und Sweet Little Sixteen und hörten Ihn zwei Jahre spater von den Animals, den Beatles, den Stones wieder: Carol, Route 66, Roll over Beethoven. Das ist einfache Musik, ohne Schwindel.

Faksimile WIENER Nummer 5/1980

Entweder der Sound stimmt oder er ist einfach schlecht. Ein Dazwischen gibt es nicht.
Die Fenders spielten nie die Hitlisten rauf und runter, kein Landler, Walzer oder Bierlied kam je über ihre Lippen. Sie hielten die Saiten rein für den echten gefügigen Beat. Die Rechtschaffenheit ihres Repertoires sicherte den Fenders eine bedingungslose Anhängerschaft, die selbst die offizielle Auflösung des Jahres 72 überlebte.
Daher fanden sich schon die Alt-Fender Fips (Rhythmus-Gitarre) und Hans (Schlagzeug) mit dem Ex-Burn Werner (Lead Gitarre) und Ex-Flamingo Ed (Bass) zusammen um den festgefügten Rockhimmel neu zu errichten.

Was die Dire Straits mühsam nachkaufen mußten, hatten die Fenders schon zwanzig Jahre im Gepäck. Die alten Fender Stratocaster, ausgeruhte Hölzer, sanfte Pick-ups. Dazu Hall und Echo in der Stimme des Lead-Sängers Ty Tender, der sich am 20. Juni in der Linzer Brucknerhalle endgültig als neuer Elvis offenbaren wird.

So reiht sich Auftritt an Auftritt zum endlosen „Last Waltz“ der letzten Rock ’n‘ Roll & Beat Band des Landes. Der Fender Sound heizte dem Rock ’n‘ Roll-Club in Kagran ein, daß die Sohlen rauchten. Er fegte im Studio 35 den Schmock der goldenen Clubkarten hinweg und schenkte den Wiener Teens ein lockeres Fest.

Jedes Konzert ist ihr letztes. Wie oft man die Fenders noch hören wird steht in den Sternen. Aber eines ist sicher: solange die Fenders irgendwo laut werden, werden sie ihre Musik nicht verraten. It’s only Rock ’n‘ Roll but I like it.