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FREIZEIT

Zuckerlketten und Eurodance

Am 12. September 2026 steigt der 90ies Club im The Loft am Wiener Gürtel wieder auf zwei Floors. Oben legen ab 21.50 Uhr Christopher Just und Supertrash auf, unten übernimmt ab 0.30 Uhr Florian Loveshack die Nullerjahre, der Eintritt beginnt bei 12 Euro.

Von Redaktion · 24. August 2026 · 3 Min. Lesezeit

Es gibt Dinge, die einen ganzen Sommer speichern, und die Zuckerlkette gehört dazu. Dieses Plastikband mit den bunten Presspastillen, an dem man so lange herumknabbert, bis der Hals klebt und die Zunge blau ist. Wer in den Neunzigern jung war, hat so ein Ding im Freibad getragen, meistens verklebt, meistens bis zum Abend. Dass genau dieses Requisit jetzt wieder an einer Wiener Klubtür verteilt wird, ist entweder ein durchtriebener Werbeeinfall oder ein sehr präziser Griff ins Gedächtnis.

Verteilt wird es am Lerchenfelder Gürtel 37, im The Loft, ab 22 Uhr und solange der Vorrat reicht. Der Klub fährt sein Retro-Programm von September bis Mitte Juni jeden Samstag, heuer ist es am 12. September die zweite Ausgabe der Saison. Wer wissen will, wo die Stadt sonst noch hingeht, wenn es dunkel wird, findet in Wiens Sommer-Hotspots die entspanntere Variante desselben Bedürfnisses.

Tanzende Menschen am oberen Floor beim 90ies Club The Loft am Lerchenfelder Guertel
Der obere Floor am Lerchenfelder Gürtel: Hier laufen ab 21.50 Uhr die Neunziger, unten übernehmen später die Nullerjahre. © The Loft

Oben Just, unten Loveshack

Der 90ies Club im The Loft beginnt oben um 21.50 Uhr, Christopher Just und Supertrash spielen Eurodance, Pop, Hip-Hop und die großen Dancefloor-Klassiker. Also jene Nummern, deren Text man noch kann, ohne je den Titel gelernt zu haben. Auf dem Pressefoto steht Just neben Marusha, was als Verortung im Jahrzehnt vollkommen genügt. Unten startet um 0.30 Uhr der 2000s Club, Florian Loveshack legt Britney Spears, Eminem, Beyoncé, Daft Punk, Rihanna und Lady Gaga auf. Zwei Stockwerke, zwei Jahrzehnte, ein Stiegenhaus dazwischen.

Dass so ein Abend in Wien funktioniert, ist keine Überraschung. Die Stadt hat im heurigen Sommer bewiesen, dass sie wochenlang durchtanzen kann, ohne müde zu werden. Der Gürtel ist dabei die ehrlichere Adresse: kein Rathausplatz, kein Bühnenlicht, nur zwei Floors und eine U6-Station namens Thaliastraße.

Was kostet der Eintritt?

An der Abendkassa sind es ab 22 Uhr 12 Euro. Wer die ersten zehn Minuten erwischt, also zwischen 21.50 und 22 Uhr an der Tür steht, zahlt einen Euro, was ein hübscher Anreiz für Menschen mit Uhr ist. Im Vorverkauf kostet das Ticket 9 Euro, ermäßigt sind es 6 Euro für Newsletter-Abonnentinnen, Mitglieder des Wien.at-Vorteilsclubs und der Volume-Klubkarte. Die Ermäßigung gilt allerdings nur bei Ankunft vor Mitternacht, die Anmeldung muss bis 20 Uhr eingelangt sein. Gruppentickets gibt es ab zehn Personen, Tische lassen sich ohne Reservierungsgebühr buchen, und wer am Samstag oder Sonntag Geburtstag hat, kommt mit Ausweis gratis hinein.

Lichterketten im Publikum

Das Awareness-Team im Haus ist an Lichterketten zu erkennen, und die Ansage des Veranstalters lässt keinen Interpretationsspielraum: kein Platz für Rassismus, Sexismus, Homophobie und Transphobie. Einlass ab 18 Jahren. Um den Ton kümmert sich Wolfgang Sauter von Pro Performance, was in einem Klub, in dem es um Wiedererkennung geht, mehr zählt als jedes Lichtdesign.

Und wer den 12. September verpasst, hat den ganzen Herbst vor sich. Am 19. September folgen die Nullerjahre und die Zehnerjahre, am 26. September steigt eine Single Party, danach geht es am 3. und 10. Oktober weiter.

Infobox

  • Was: 90ies & 2000s Club, Retroparty auf zwei Floors
  • Wann: Samstag, 12. September 2026, ab 21.50 Uhr (unten ab 0.30 Uhr)
  • Wo: The Loft, Lerchenfelder Gürtel 37, 1160 Wien (U6 Thaliastraße)
  • Line-up: Christopher Just, Supertrash (oben), Florian Loveshack (unten)
  • Eintritt: 12 Euro Abendkassa, 9 Euro Vorverkauf, 6 Euro ermäßigt, 1 Euro von 21.50 bis 22 Uhr; Einlass ab 18
  • Web: theloft.at/sat

Bleibt die Zuckerlkette. Man wird sie gegen Mitternacht irgendwo am Boden finden, halb abgeknabbert und klebrig, und genau daran erkennt man, dass der Abend funktioniert hat.