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Vom Fußballrasen in den Pain Room

Drei ehemalige Fußballprofis eröffnen im Oktober mit HOS – Home of Strength ein neues Trainingsstudio im vierten Wiener Gemeindebezirk, nahe dem Hauptbahnhof.

Von Redaktion · 22. September 2026 · 3 Min. Lesezeit
Die HOS-Gründer René Felix, Ihsan Poyraz und Paul Bichelhuber in Wien

Auf rund 300 Quadratmetern treffen Reformer Pilates, HYROX und Functional Training aufeinander, kuratiert von drei Männern, die seit über 25 Jahren befreundet sind.

Wer als Kind im Verein gekickt hat, kennt das Ritual nach dem Abpfiff: Stollenschuhe aufschnüren, Schienbeinschoner ins Eck, ab unter die Dusche, am Wochenende beginnt alles von vorn. Für die meisten Amateurkicker endet diese Routine irgendwann in der Kabine, für immer. René Felix, Ihsan Poyraz und Paul Bichelhuber haben sich für einen anderen Ausgang entschieden. Die drei Wiener haben bei der Austria, bei Rapid Wien II, beim LASK, in Wiener Neustadt und in St. Pölten gespielt – und aus einer Jugendfreundschaft ein Trainingsstudio gebaut, in dem der Mannschaftsgeist erhalten bleibt, auch wenn der Ball längst nicht mehr rollt.

Elf Geräte, keine Elfmeter

Im „Powerhouse“ stehen elf Reformer-Geräte in Reih und Glied, mehr Loft als Fitnessstudio wirkt der Raum trotzdem, dafür sorgen warme Töne, große Fenster und Spiegelwände. Hier trainieren die Gäste Kraft, Stabilität, Mobilität und Körpergefühl, in Gruppen von maximal 14 Personen. Wer es härter mag, wechselt in den „Pain Room“: HOS ist offizieller Partner von HYROX, dem Laufformat mit acht Kraftstationen, das gerade auch in Wien immer mehr Hobbysportler an seine Grenzen bringt. Zertifizierte Trainer kombinieren dort Laufintervalle mit funktionellen Übungen. Ruhiger geht es im „Strength Lab“ zu, mit Yoga, Mattenpilates, Boxtraining, Zirkeltraining, HIIT und Breathwork, und wer ganz für sich sein will, bucht den „Private Room“ für Personal Training.

Gruppentraining am Reformer im HOS Powerhouse in Wien
Kleine Gruppen, elf Geräte: das „Powerhouse“ von HOS – Home of Strength. © HOS – Home of Strength

Was kostet der Einstieg?

Wer bei HOS – Home of Strength einsteigen will, zahlt keine Kampfpreise, aber auch keine Mondsummen: Neukunden bekommen im „Powerhouse“ zwei Reformer-Kurse um 40 Euro, im „Strength Lab“ und „Pain Room“ zwei Einheiten um 30 Euro. Danach folgt Einzeltraining, Blockkarte oder Membership, offen für alle Levels, vom ersten Reformer-Kontakt bis zum ambitionierten HYROX-Athleten. Das Studio in der Graf-Starhemberg-Gasse 39 im vierten Bezirk hat werktags von 6:45 bis 21 Uhr geöffnet, am Wochenende von 9 bis 17 Uhr, ein Fenster, das auch vor und nach der Arbeit noch Platz für eine Einheit lässt.

Pain Room, Strength Lab und Powerhouse: die drei Trainingswelten von HOS. Alle Fotos © HOS – Home of Strength

Vom Ball zum Business

Dass sich Wien gerade neu erfindet, wenn es um Bewegung geht, hat die Redaktion zuletzt öfter geschrieben, etwa als McFIT sein Comeback feierte oder als wir erklärt haben, wie man den Körper neu startet. HOS setzt dagegen aufs Gegenteil vom Massenbetrieb: kleine Gruppen, persönliche Betreuung, ein Studio, das mehr Wohnzimmer als Muckibude sein will. „HOS ist mehr als ein Studio. Es ist ein Ort für Bewegung, Entwicklung und echte Stärke – ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, trainieren, lernen und gemeinsam wachsen“, sagen die Gründer René Felix, Ihsan Poyraz und Paul Bichelhuber unisono. Dass ausgerechnet drei Fußballer auf Pilates setzen, mag überraschen. Wer aber je einem Profi bei der Reha zugesehen hat, weiß: Der Reformer ist im Kraftraum längst so selbstverständlich wie der Medizinball.

Die HOS-Gründer René Felix, Ihsan Poyraz und Paul Bichelhuber in Wien
René Felix, Ihsan Poyraz und Paul Bichelhuber: seit über 25 Jahren befreundet, jetzt gemeinsam Studiobetreiber. © HOS – Home of Strength

Am Wochenende wird im vierten Bezirk trotzdem nicht nur gedehnt. Wer will, wechselt vom Reformer direkt in den Pain Room und schnürt dort im übertragenen Sinn wieder die Stollenschuhe, nur dass diesmal keine Kabine wartet, sondern gleich das nächste Training. Der Ball, sagen die drei Gründer sinngemäß, ist für sie längst zur Nebensache geworden. Die Bewegung ist geblieben.