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Nina Hartmann: Sex braucht Erfolg

Sie ist schön. Sie ist lustig. Sie ist intelligent. Im WIENER liefert Nina Hartmann dafür den endgültigen Beweis. Dass sie schön ist, haben Sie ja schon gesehen. Und um zu erkennen, dass sie auch witzig und g’scheit ist, einfach weiterlesen…

Sie stolpert lachend ins Café Engländer, zieht sich die Pudelhaube mit der dicken Quaste vom Kopf, zupft zwei-, dreimal an ihren langen, braunen Haaren herum und lässt sich, nachdem sie auch noch aus ihrem groben Pulli geschlüpft ist, mit einem leisen Seufzer auf den Sessel fallen. Nina Hartmann, 29, trägt Jeans und T-Shirt, hat ein Lächeln in ihrem Blick und erzählt Anekdoten aus ihrem Model-Leben. Vom Teddybären, den sie mit zwölf als erste Gage bekam, von den Partys in den Sommerferien, die sie als Gymnasiastin in Wien verbrachte, weil das nicht nur besser fürs Geschäft, sondern auch lustiger war, und von miesen Hotels, in denen sie mit ihren Model-Freundinnen in Athen lebte. Sie redet und redet und redet und ist dabei definitiv keine dieser Frauen, die bei jeder Gelegenheit ihren Auftritt überprüfen. Ihr ist jetzt entweder völlig egal, wie sie wirkt. Oder sie weiß, dass sie fabelhaft aussieht, auch ohne sich große Mühe zu geben. Oder – und das dürfte der Wahrheit wohl am nächsten kommen – beide Vermutungen treffen zu …

Aufsehen erregte Nina Hartmann erstmals, als sie sich für einen Tatort auszog, der Berliner Kurier schwärmte damals von der „schärfsten S Mörderjagd im deutschen TV“. Danach? Zahlreiche Nebenrollen in Film- und Fernseh-Produktionen. 2007 lernte sie bei den Dreharbeiten zu „Ex – eine romantische Komödie“ Michael Niavarani kennen und lieben. Sie spielte in der ZDF-Reihe „Ihr Auftrag, Pater Castell“ eine Gerichtsmedizinerin und stand 2010 bei der RTL-Produktion „Die Akte Golgatha“ als Sheba Yadin vor der Kamera. Tatsächlich war das vergangene Jahr das bisher erfolgreichste in der Karriere von Nina Hartmann. Mit „Gib dem Model Zucker – ein Abend ohne Retusche“ stand sie erstmals auch als Kabarettistin auf der Bühne. Und zwar gleich im „Simpl“. Darin verarbeitete sie auf höchst amüsante Art und Weise ihre Erlebnisse im Model-Business. Mit dem WIENER sprach Nina Hartmann über Sex, Intelligenz und gestohlene Pointen.

Als du dich vor fünf Jahren für den Tatort ausgezogen hast, schwärmten alle von der – Zitat – „schärfsten Mörderjagd“. Braucht Erfolg Sex?

Nein, aber der Sex braucht Erfolg.

Würdest du dich noch einmal fürs Fernsehen ausziehen?

Ziemlich sicher nicht mehr. Dass man sich in einer Szene ausziehen soll, wird oft damit begründet, dass es wichtig für die Geschichte ist oder weil es die Handlung verlangt. In Wirklichkeit wollen alle einfach nur deine Brüste sehen, nur traut sich das niemand so direkt sagen.

Du hast lang als Model gearbeitet.

Damit habe ich Geld verdient. Ich hab’ schon mit 14 durchschaut, dass das ein recht unspektakulärer Job ist. Für mich war das nie der große Traum. Ich war aber auch nie in Paris oder Mailand. Ich war in Athen. Mir war klar, dass ich nie ein Top- Model werde. Ich war immer schon rund, hab’ Busen und Hüften gehabt.

Auf den Erfahrungen als Model basiert dein erstes Kabarett-Programm „Gib dem Model Zucker“.

Das Hotel in Athen war schrecklich, eine Absteige, voll mit Models, alles andere als glamourös. Da kriegst du natürlich alles mit. Auch die schrägen Einstellungen zum Essen. Ich war eine Außenseiterin, weil ich jeden Tag eine Avocado gegessen hab.

Foto von Michael Dürr

Nina Hartmann

Nina Hartmann, am 27. November 1981 in Rum in Tirol geboren, macht bereits als Schülerin Karriere als Model, verlor dabei ihr eigentliches Ziel, Schauspielerin zu werden, nie aus den Augen. 2007 lernte sie bei den Dreharbeiten zu „Ex“ Regisseur Michael Niavarani, 42, kennen und lieben. Mit ihm lebt sie heute im Wien. Übrigens: 2011 wird sie erstmals ein Model spielen – am Stadttheater Berndorf in Niederösterreich, dessen Intendanz Niavarani Anfang des Jahres übernommen hat.