Essen

Home made bacon cheese burger with angus beef, tomatoes, onions, cheddar cheese, potato cuts in basket. On slate plate and vintage styled wooden table, top view.

Die nervigsten Foodtrends: Das vercraften wir nicht mehr

Sarah Wetzlmayr

Eine unglaubliche Sache, die wir aus den letzten paar Monaten gelernt haben: Burger können uns tatsächlich auf die Nerven gehen. 

_01. Schlichte Reagenz, äh Dekadenz. Wenn Spaghetti Bolognese in drei verschiedenen Behältnissen serviert werden, wird damit möglicherweise auf die speziellen Bedürfnisse von Menschen mit bestimmten Nahrungs-Phobien eingegangen (wie jene, dass sich die unterschiedlichen Bestandteile eines Gerichtes nicht berühren dürfen) oder einfach ein Grund gesucht, das Gericht um 3 Euro teurer zu machen – ein Euro pro Behältnis oder so. Auch im Trend: Kaffee der in Pipetten serviert wird – aber hey, in ist wer drin ist. Was tatsächlich drin ist, ist dabei eher wurscht – denn das ist vermutlich einfachster Filterkaffee.

Diese Food Trends brauchen wir nicht mehr.

_02. Das „vercraften“ wir nicht länger. Sicher heißen wir die größere Vielfalt am Biermarkt mit einem sehr herzhaften „Prost“ willkommen und erfreuen uns an der prickelnden Abwechslung auf unseren Gaumen. Ist man kein Spezialist am Biersektor trinkt hier jedoch vor allem das Auge mit, denn das Etiketten-Design kann sich meistens durchaus sehen lassen. Und das Bier? Ja eh. Das ist vor allem eines, nämlich teuer. Um den Preis eines hippen Craft Bieres bekommt man bei einem burgenländischen Winzer zwei Flaschen seines besten Veltliners. Den Rest kann sich jeder selber ausrechnen.

Craft Bier

© Hops & Barley

_03. Nicht um die Burg(er). Daran hätten wir vor ein paar Jahren nicht mal in unserem kühnsten Traum zu träumen gewagt: Dass uns Burger irgendwann mal gehörig auf die Nerven gehen werden. Nun ist es aber so, dass beinahe im Wochentakt neue Burgerlokale aufmachen und sich selbst den Ruf verpasst, den besten Burger der Stadt zu produzieren. Wenn einem die BBQ-Sauce dann allerdings schon bei den Ohren rauskommt und man vor vor lauter exquisiten Burger Bun-Variationen eine Semmel nicht mehr von einem Ciabatta unterscheiden kann, dann reicht es irgendwann und man holt sich dann doch wieder die Leberkassemmel von der Tankstelle. Die kostet außerdem auch nur ein Zehntel von dem ultrahippen Burger, der einem auf einer ebenfalls ultrahippen Schieferplatte serviert wird.

Home made bacon cheese burger with angus beef, tomatoes, onions, cheddar cheese, potato cuts in basket. On slate plate and vintage styled wooden table, top view.

@ Getty Images

_04. Salz in der Designersuppe. Ihr glaubt das zwar, aber Salz ist nicht gleich Salz. Salz kommt auch nicht einfach aus einem Salzstreuer, sondern reist manchmal von sehr viel weiter an. Vom Himalaya zum Beispiel. Farblich in einem interessanten Zartrosa gehalten, sieht das Himalayasalz etwas spannender aus, schmeckt aber ganz einfach…naja…salzig halt. Lavasalz gibt es dann auch noch. Doch die Geschmacksnote „Lava“ bislang auch noch unerforscht. Cool ist also, wer sich für ein Designersalz entscheidet und nicht das ordinäre Döschen aus dem Supermarkt vorzieht. Auch nervig: Lokale die einem einem Dose mit regelrechten Salzklumpen darin hinstellen und erwarten, dass jeder Gast da mit seinen U-Bahn-Fingern reinfährt, um es genüsslich über seiner Mahlzeit zu zerbröseln. Mahlzeit!

 

_05. Superduperfood. Es geschah plötzlich und aus dem Nichts: Eine Welle an Samen, Früchten und sonstigem Körndelwerk, von dem zuvor noch kaum jemand gehört hat, brach über uns herein. Plötzlich schien es so als würden uns Acai, Chia, Matcha und Co all die gesunden Stoffe wieder zurückbringen, die uns Chips, Frankfurter, Cola und Konsorten zuvor entzogen hatten. Nun bietet sich folgendes Bild: Mach einen Gugelhupf, füge ein wenig Matcha-Pulver hinzu und du hast nicht nur das perfekte Halloween-Mitbringsel am Start, sondern auch gleich einen gesunden Gugelhupf bei der Hand. Doch nicht jedes Weißmehlprodukt wird durch die Zugabe von Superfood plötzlich supergesund.