STIL

Die Teletext-App

Sarah Wetzlmayr

Für alle die schon sehnlichst darauf gewartet haben…

Die App mit der niemand mehr gerechnet hat: ORF TELETEXT

Wer den Teletext noch nie zuvor benützt hat, wir das vielleicht jetzt tun – denn die Nr. 1 ORF-Informationsquelle gibt es jetzt auch für das Smartphone. Einfach nur um mal zu schauen, was sich hinter der pixeligen bunten Schrift so verbirgt. 

von Sarah WetzlmayrÖsterreich ist ja oft ein wenig hinten nach. Das gilt auch für den öffentlich rechtlichen Rundfunk der jetzt – im Jahr 2016 – eine Teletext-App auf den Markt schmeißt. Daran dass viele Smartphone-Benützer die Teletext-Taste auf ihrer Fernbedienung sowieso noch nie gedrückt haben und die Digital Natives der Generation Y den Teletext sowieso als Relikt der tiefsten 80ern abgestempelt haben, daran hat beim ORF wohl niemand gedacht. Aber zwei Dinge muss man den Teletext-Verantwortlichen ja trotzdem schon lassen. Erstens hat der Teletext sämtliche digitalen Revolutionen, inklusive Röhrenfernseher, überlebt und zweitens kann die App, wegen ihres pixeligen Formats zu 100 % auf den Retro-Coolness-Faktor setzen.


Online konnte man den Teletext bisher nur über den Browser abrufen und das wurde geschah monatlich rund 1,6 Millionen Mal, was ebenfalls ganz schön beachtlich ist. Die Teletext-App hat auch ganz schön was zu bieten, man kann nämlich zwischen den Teletexten der vier verschiedenen ORF-Sender wählen und die Navigation ist auch sehr übersichtlich. Die Schlagzeilen sind anklickbar und die Ladezeiten überholen die des TV-Originals auch um einige Nasenlängen. Die App hat außerdem auch die Teletexte einiger ausländischer Sender im Programm, zum Beispiel die aus der Türkei, Spanien und den Niederlanden. Wie diese Selektion zustande gekommen ist, lässt sich zwar hinterfragen ist aber aus dem Stehgreif kaum beantworten. Das Programm ist auf jeden Fall vielfältig. Alle die sich also auch on the road  an der pixeligen Optik und der prägnanten, wenn auch manchmal schwer nachvollziehbaren Informationsauwahl erfreuen möchten denen sei diese App sehr ans Retro-Herz gelegt.

Es gibt also einiges zu entdecken im digitalen Teletext-Universum und wer sich einfach nur an seiner Optik erfreuen möchte oder während einer langen Zugfahrt zufällige Zahlen ins Suchfeld eintippen möchte um einfach nur zu schauen was passiert, dem sei auch das gewährt. Kultstatus kann er jedenfalls schon längst für sich beanspruchen, der Teletext. Deshalb gibt es auch ein Internationales Teletext Art Festival, das Teletext-Kunstwerke präsentiert. Ganz so reinsteigern muss man sich ja nicht gleich, aber reinschauen kann man ja mal.