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Männerpflanzen: Ziergräser

Grün, grüner, am grünsten: Was Bärenfell, Ruten und Federflausch gemeinsam haben. Oder der Susuki für Gartenarbeitsallergiker.

Text: Sandra Bachl / Fotos: Maximilian Lottmann, privat

Laut diverser Studien liegt bei Männern das Rasenmähen klar auf Platz eins der Gartenarbeit. Zum einen ist es meditativ und zum anderen erstickt es etwaige ungeliebte Beziehungsdiskus­sionen schon im Keim. 80 Dezibel zu überschreien ist anstrengend. Selbst für eine wütende Frau. Die Damenwelt hingegen bepflanzt vorzugsweise Beete. Hat man nun aktuell gerade keinen weiblichen Part zur Hand, möchte aber dem heimischen Grün trotzdem pflegeleichte Highlights hinzufügen, dann bieten sich Gräser an. Sogenannte Ziergräser. Im Vergleich zum Rasen, auch wenn es noch so verlockend ist, werden diese aber nur einmal im Jahr geschnitten. Sonst wird das nämlich nix mit der Zierde.


Ob Schatten oder Sonne, feucht oder trocken, für jeden Standort gibt es das Passende, und Ziergräser harmonieren mit jedem architek­tonischen Stil. Eines der bekanntesten ist wohl das Chinaschilf. In den asiatischen Ursprungsländern auch als „Susuki“ bekannt, wurde es zum Flechten von Matten verwendet. Je nach Sorte wächst es 80 bis 200 cm hoch und wird im April knapp über dem Boden abgeschnitten. Das war’s mit der Pflege. Perfekt für Antigärtner. Genau genommen gehört auch der Bambus zu den Ziergräsern. Alle, die nicht in einigen Jahren mit Zehn-Tonnen-Baggern ihr Grundstück umgestalten möchten, lassen aber ­tunlichst die Finger von dem schnellwüchsigen Teufelszeug, das meterlange unterirdische Triebe bildet und alles zerstört, das weicher ist als Beton.

Es gibt über 10.000 verschiedenen Grasarten. ­Besonders empfehlenswert sind, neben dem ­Chinaschilf, zum Beispiel Lampenputzergras, ­Bärenfellschwingel, Rutenhirse, Breitblatt-Segge und Federflauschgras. Und: Sie sehen in natura viel besser aus, als die Namen vermuten lassen. Versprochen!

 

Die Gräser
Preis: ab 8 Euro
Verbrauch: 5 bis 10 Liter pro Woche
Leistung: je nach Sorte bis 2 Meter hoch
Motor: Poaceae oder Cyperaceae
Treibstoff: normale Gartenerde
Extras: je nach Art Sonne oder Schatten auch ­immergrüne Sorten, ­extrem pflegeleicht