Mode

Entrepreneur de luxe

Jakob Stantejsky

Im Juli 2018 eröffnete Friso Schopper die „Dosage“, Wiens erste Bar á Champagne am Fleischmarkt 16 in der Wiener Innenstadt. Sozusagen passend zum Motto seiner Bar ist er aber auch sonst stets ein fescher Kampel, der sich stilvoll zu kleiden weiß.

Foto: Maximilian Lottmann / Interview: Alex Pisecker / Location: Dosage, Bar á Champagne, Fleischmarkt 16, 1010 Wien, dosage.at

Welche Bedeutung hat Mode in deinem Leben?
Ich würde in meinem Fall von Kleidung sprechen. Kleidung beantwortet manche Fragen schon vorab, sie sagt etwas über ihren Träger aus. Der gängigen Mode an sich messe ich keine Bedeutung bei. „You have to rock your own style.“

Von wem oder was wirst du modisch beeinflusst?
Einflüsse und Impulse hole ich mir aus Beobachtungen und Erlebnissen. Vor einigen Jahren zum Beispiel saß ich im Restaurant in Kitz, ein Typ kommt mit so einer Trainingshose, die seitlich einen breiten Streifen hatte, rein. Das fand ich gut, denn das hatte damals noch niemand. „Shoppen gehen“ hasse ich allerdings. Das geht maximal im Ausland. Ich find was gut, es passt mir, ich kauf’s. Das passierte mir beim Stop-over in Paris, ich flaniere im Marais, seh einen Anzug – passt – gekauft – er hat mich gefunden.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben?
Irgendwo zwischen Gatsby und Pitti Uomo. Eigentlich sollte man sich täglich so kleiden, dass man auf der Pitti nicht auffällt.

Gibt es Key Pieces in deiner Garderobe? Welche sind das?
Das weiße Hemd. Es könnte einen Wikipedia-Eintrag über mich und meine weißen Hemden, Jeans und das navy Sakko mit Stecktuch geben. Auch der hell­blaue Anzug ist so ein Piece. Außerdem gibt es ja das Motto: Die einzigen beiden Schmuckstücke, die ein Mann tragen darf, sind ein Ehering und eine Uhr. Also habe ich vor 20 Jahren in Ermangelung des ersten in eine Rolex GMT 1 aus 1972 investiert.

Siehst du Zusammenhänge zwischen Mode und Gastronomie?
Ja, natürlich gibt es auch Moden in der Gastro. Ich würde sagen, der Burger ist die Jeans. Er ist gekommen, um zu bleiben. Das Schnitzel ist die Lederhose.

Gibt es einen Dresscode für die Dosage, wenn ja welchen? Welches Outfit überwindet nicht die Schwelle?
Dresscode gibt’s keinen. Die Idee ist: Champagner für alle. Bei uns kostet das 1/8 nur 11 Euro. Die Dosage steht für entspannte unterhaltsame Abende mit exzellenten Produkten und erstklassiger Bedienung. Ich würde es so ausdrücken: Your character is your dress … Obwohl bei Trekkingsandalen und weißen Socken würde ich wahrscheinlich schon …

Personal
Friso Schopper (51) ist ein echter Wiener von „da Wieden“. Schulabbruch mit 18, allerlei Jobs bis 21 – dann ein Job als Texter bei einer Werbeagentur als Karrierestart, wo er bereits im ersten Jahr internationale Preise absahnte. Die „Don Gil“-Kampagne mit dem nackten Mann geht ebenfalls auf sein Konto. 1996 berief man Schopper als Programm­chef zum Privatsender WT 1, danach wechselte er zum Sender Wien 1, aus dem ATV wurde. Dort produzierte er diverse Comedy-Formate. Parallel dazu entstand die legendäre Alpha-Community, ein Netzwerk von Opinion Leaders, die sich „after work“ im Le Meridien einfanden. Zahlreiche Bücher, „Hip-Guides“ folgten – das 10. „Hip Places“ wird Mitte 2020 erscheinen. Als sein raffiniertester Coup gelten die TEDx-Konferenzen. Business-Development und strategische Beratung von Unternehmen sind sein Hauptgeschäft neben der „Dosage“, der ersten Bar à Champagne Wiens. Kredenzt wird Champagner aus kleinen Manufakturen, wie etwa der „Trudon“ um 39 Euro die Flasche ab Hof. Stilvoll genießt man ihn aus der von Schopper selbst für die Dosage kreierten Schale. Zum übrigen Angebot von Bier, Wein sowie Gin Tonics werden noch Spezereien wie Kaviar, Austern, Trüffelsalami und Trüffel-Chips serviert. À votre santé!

Friso Schopper trägt:
Blassblauer Anzug und Hemd: French Connection beides aus N.Y.C, Sneakers: Sergio Tacchini aus Triest, Manschettenknöpfe: Bulgari aus Wien, Uhr: Vintage Rolex GMT 1 vom Fleischmarkt, Brille: Yun aus Berlin