AKUT

40 Jahre WIENER Zeitgeist

Franz J. Sauer

Im Jahr 1979 ging der WIENER an den Start und lieferte sozusagen das „Programmheft“ zum generellen Aufwachen der Stadt. Eine ORF-Doku erzählt die Geschichte des hochheißen „Aufbruch in die 1980er Jahre„.

Die ARENA-Besetzung, Wolferl Ambros‘ „Hofa“, das frische U4, die U-Mode, Helmut Lang – alles gernerwähnte Totems des Aufbruchs einer Stadt in die Moderne. Die Rede ist von Wien anfang der 1980er Jahre.

Zeitgeist bedeutete, dass es auch „für einen Mann nicht peinlich ist, sich für Mode zu interessieren“ (Michael Hopp), Wiens Szene-Figaro Erich Joham ondulierte seinen Stammkunden Frisuren „mit denen man in die Zeitung kommt“ und Sade Adu spielte im U4 bevor sie ein international bekannter Weltstar wurde. Selten hat eine Doku in so realen und gleichzeitig liebevoller Bildsprache eine Zeit wiedergegeben, die man angeblich nur erlebt hat, wenn man sich nicht an sie erinnert.


Rudi Nemeczek (Copyright: ORF)
Markus Peichl (Copyright: ORF)
Marianne Kohn (Copyright: ORF)

Gegenteiliges beweisen Wortspenden von Szene-Teilnehmern a la Marianne Kohn, Conny De Beauclair, Götz Schrage, Wolf Prix, Rudi Nemeczek oder Alexander Goebel, die sich scheints sehr gut an jene Tage erinnern können, als Wien sowas wie der Zeitgeist-Nabel der Welt war.

Der WIENER, 1979 gegründet, liefert jedenfalls sowas wie das Programmheft zu jener wilden Zeit in Wien, die man gerne live erlebt haben mag, wenn man sich den Bericht von Alexandra Venier und Peter Schellnast ansieht. Und wird so, mehr zufällig, als Goodie quasi, zum ersten Zeitgeist-Magazin des deutschsprachigen Raumes. Die ganze Story dazu erzählte uns 2015 WIENER-Gründer Gert Winkler, leider kurz vor seinem Tod im Jänner 2016.