Mode

Mode-Barometer – Neidhammel

Foto: Maximilian Lottmann
Produktion, Styling &
Redaktion: Alex Pisecker
Model: Lucas Babuder,
Babuder‘s Karaoke Bar, Tiefer Graben 22, 1010 Wien

Praktisch
Was gab’s zu Weihnachten in unserer Jugend? Nur praktische Sachen. Wir ­erinnern uns an Unterwäsche-Garnituren, Socken waren auch sehr beliebt, die bekam man meistens von der Erna-Tant. Der Papa durfte sich über eine Polyesterkrawatte freuen, manchmal war auch noch ein Hemd „für schön“ dabei. Die Mama geriet über die Küchenmaschine in Ekstase. Der Neid der Nachbarin von überm Hof war sicher.

Carry Home
Irgendwann trat die Phase: „Jeder hat eh schon alles“ ein. Weihnachten ohne Geschenke durfte aber in einer konsum­orientierten Familie nicht ­stattfinden. Der Gutschein bot sich als fantastische Alternative an. Der Unterschied lag darin, dass man jetzt den Krempel selbst aussuchen und heimschleppen durfte. Man beneidete jene, die Cash – meist in einem Billet verpackt, auf das Weihnachtsmänner mit Riesenpimmel gedruckt waren – geschenkt bekamen. Sie konnten damit wenigsten ihr marodes Konto aus­gleichen.


Bobo-Basteln
Die absoluten Must-haves sind neuerdings selbstgemachte Weihnachts­geschenke. Die ultimative Apokalypse. Boboeske Vegan-Öko-Faschisten – jeder hat die in seinem Freundeskreis – fühlen sich bemüßigt, dich mit selbstgebackenen, ungezuckerten, biologisch abbaubaren Dinkel-Hafer-Leinsamen-Weizenkleie-Keksen zu beglücken. Als Alternative gibt’s noch handgestrickte Stutzen von der Wolle des Kritzendorfer Hochlandschafes, das von schwangeren Jungfrauen sanft zu Tode gestreichelt wurde. Womit wir wieder in den 70ern sind. Nur halt nachhaltiger.


Sakko: Hackett London, 599 Euro, Hose: Jacob Cohen, 319,99 Euro, Pullover: Christian Berg, 39,99 Euro, alles peek-cloppenburg.at, Uhr: Junghans, Chronoscope Solar, 749 Euro, junghans.de, Schuhe: Melvin & Hamilton, 280 Euro, salamander.at, Baumbehang: Whynalek, Hauptstr. 5, 2351 Wiener Neudorf, whynalek.com