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Nicht zu unterschätzen: die Rolle des Dresscodes

Kleider machen Leute – nur ein alter Spruch oder eine echte Weisheit? Zumindest aus der rein optischen Perspektive lässt sich mit Fug und Recht sagen, dass ein Mensch sich durch das Wechseln der Kleidung stark verändern kann. Und gleichzeitig verändert sich seine Ausstrahlung, die einmal sportlich, ein anderes Mal glamourös und nicht zuletzt auch ungepflegt schmuddelig sein kann. Dresscodes wurden also nicht umsonst etabliert, denn an bestimmten Orten herrscht ein besonderes Flair, das nicht gestört werden soll.

Foto Header: Victoria_Borodinova/Pixabay

Quick View
1. Dresscode in Oper und Musical: Wie elegant darf es sein?
2. Glamourös oder nicht? Kleiderordnung im Casino
3. Partystimmung auf dem Festival: Was ziehe ich an?
4. Berufliche Konferenz: zwischen leger und elegant


Dresscode in Oper und Musical: Wie elegant darf es sein?
Die Oper blickt in Europa auf eine jahrhundertelange Tradition zurück, die sich nicht so schnell aus der Waage bringen lässt. Heute herrscht dort immer noch der Dresscode „Black Tie“, das heißt: Elegante Abendgarderobe ist angesagt. Das bedeutet in heutiger Zeit allerdings nicht unbedingt, dass die Dame im teuren Designer-Outfit von Versace oder zumindest im gepflegten Cocktailkleid erscheinen muss, auch ein Hosenanzug mit seidiger Bluse ist durchaus „drin“. Musicals als moderne Abkömmlinge der Oper gelten als sehr viel lockerer, im Grunde darf jeder hereinspazieren, wie er gerade ist. Die meisten Zuschauer machen sich allerdings trotzdem richtig schick, und wer sich nicht gern underdressed fühlt, sollte besser auf derselben Schiene fahren. Allerdings gibt es nur wenige, die im echten Glamour-Outfit erscheinen, eher ist es der bescheidene Chic, der auf diesem besonderen Parkett dominiert. Der Herr kann sich gern in ein schönes Gentleman-Outfit hüllen, während die Dame ein hübsches Sommerkleidchen wählt: kein Problem!

Foto: TravelCoffeeBook/Pixabay

Glamourös oder eher nicht? Kleiderordnung im Casino
Mit einem Casinobesuch wird traditionell eine schicke Abendkleidung verbunden, doch dies hat sich in den letzten Jahrzehnten etwas geändert. Inzwischen gibt es zahlreiche American-style-Casinos in Deutschland, die jeglichen Kleidungsstil erlauben. Das Aufkommen der Online Casinos brachte eine IT-affinere Zielgruppe zum großen Spiel und als direkte Folge lockerten viele traditionellere Spielbanken ihre Kleiderordnung in Richtung „Business Casual“. Kein Wunder: Wenn zu Hause kein Dresscode gilt, möchten diese Spieler sich auch beim Ausgehen nicht in Schale werfen. Einige Spielbanken haben aber auch unterschiedliche Zonen eingerichtet: Der Poker- und Automatenbereich ist hier oftmals Casual, das große Spiel Business Casual oder Business Chic. So ändern sich die Kleiderordnungen also durchaus, wenn neue Trends ins Spiel kommen.

Partystimmung auf dem Festival: Was ziehe ich an?
Im Sommer geht es endlich wieder aufs Festival, um bei wummernden Bässen und heißen Gitarrenklängen bis in die frühen Morgenstunden zu feiern. Dort hat weder das Abendkleid noch der Hosenanzug etwas zu suchen, so viel steht fest. Doch ansonsten geht fast alles, was kreativ ist, Spaß macht und Lebensfreude ausdrückt. Allgemein hat sich ein gewisser Hippie-Look à la Woodstock auf Festivals etabliert, wenn der Musikstil nicht völlig im Widerspruch zu diesem Design steht. Bunte Sonnenbrillen, Häkeltops und Schnürsandalen sind allerorts zu sehen, dazu geflochtene Zöpfe und oftmals sogar Blumenkränze. Wer es nicht ganz so verspielt mag, der kleidet sich in schlichte Basics wie Jeans (gern auch zerrissen), Shirt und Sneakers. Bei schlechtem Wetter gehören auch Gummistiefel und Regenjacke ins Gepäck, ganz egal, was der persönliche Style-Guide sagt.

Foto: tookapic/Pixabay

Berufliche Konferenz: zwischen leger und elegant
Auch auf beruflichen Konferenzen sollte nicht jeder so erscheinen, wie er gerade möchte. Der einzuhaltende Dresscode wird bestimmt durch den Berufsstand und die jeweilige Position in der Rangordnung. Doch selbst auf einer Handwerker-Konferenz reisen die Teilnehmer normalerweise nicht in Jeans und Shirts an, sondern in Stoffhose und Hemd. Manchmal ist es das Smart Casual, das im Fokus steht, also eine sportlich-elegante Kleidung, die nicht daheim aufs Wohnzimmersofa passt. Doch oft sind die Mitwirkenden gehalten, sich in Business Casual zu hüllen, also etwas gehobener. Zusammenkünfte von Führungskräften lassen es kleidertechnisch in der Regel an nichts mangeln, sodass Business Attire als ultimative Norm angesehen wird: Der feine Brioni-Anzug mit Krawatte, Designer-Uhr und Uni-Hemd wetteifert hier mit dem teuren Business-Kostümen der Damen.