AKUT

Kunstraub mit Handyfotos

Jakob Stantejsky

Grundsätzlich finden wir stehlen ja nicht so leiwand. Aber manchmal hört man von krummen Dingern, die entweder so dreist oder so clever sind, dass man sich die Bewunderung nicht ganz verkneifen kann. So auch bei diesem Gemäldediebstahl in Kärnten.

Text: Jakob Stantejsky / Foto: Getty Images

Zugegeben, wir reden jetzt nicht gerade von entwendeten Picassos, wie sie allerdings auch selten in Pflegeheimen der Caritas hängen. In genau einem solchen in St. Andrä fiel einem Mitarbeiter Ende Jänner auf, dass drei Aquarelle des ortsansässigen Malers Leo Sauer, die in einem Gemeinschaftsraum hingen, durch Fotos ersetzt worden waren. Auf den Fotos zu sehen: Natürlich die Bilder selbst. Die Polizei geht davon aus, dass der oder die Täter/in die Gemälde per Handy fotografiert hat, die Aufnahmen in passender Größe ausdruckte und in einem unbeobachteten Moment Originale und Fotos austauschte. Es handelt sich also um einen originellen Raub mit Hirn, wenn man so möchte. Und schuld an allem sind wieder mal die grauslichen Smartphones.

Laut Caritas beträgt der Wert der drei verschwundenen Werke rund 3.000 Euro, der potenzielle Gewinn für den Dieb hält sich also eher in Grenzen. Derzeit läuft übrigens auch eine internationale Fahndung nach den Bildern, die ihr euch hier auch zu Gemüte führen könnt. Na, wie gefallen sie euch? Hättet ihr euch die Mühe auch gemacht?