AKUT

So verändert Corona unser Porno-Verhalten

Jakob Stantejsky

Mit Dates und wildem durch-die-Gegend-Schnackseln ist es derzeit eher nicht so weit her. Deshalb muss die eingepferchte Menschheit bei ihren Trieben selbst Hand anlegen und der kleine (Verzeihung, geneigter Leser, deiner ist natürlich suuupergroß!) Willi mit seinen fünf Freunden in den Ring steigen. Das freut natürlich die Statistiker bei Pornhub, die uns mal wieder mit aktuellen Zahlen eindecken.

Text: Jakob Stantejsky / Foto Header: Getty Images

Dass das Pornoportal gerade zu Feiertagen und anderen besonderen Gelegenheiten gerne mit Nutzerstatistiken um sich wirft, sind wir ja schon gewöhnt – ist ja auch immer ganz interessant. Auch zu Beginn der Coronakrise in Europa machte das clevere Marketingteam von Pornhub wieder auf sich aufmerksam: Ganz Italien erhielt am 12. März bis Ende des Monats Zugang zum sonst kostenpflichtigen Pornhub Premium. Vier Tage später durften auch Spanier und Franzosen in das Vergnügen eintauchen. Dass bei solch einem selbstlosen Angebot die Userzahlen durch die Decke schießen, ist natürlich klar. Aber wie hat sich Corona eigentlich generell auf unsere Pornhub-Gewohnheiten ausgewirkt?


Bild: pornhub.com/insights

Bei uns im schönen Land der Berge ist ein spürbarer Anstieg des Traffics am 14. März zu bemerken. Pendeln die Zugriffe sonst bei ein bis zwei Prozent plus oder minus rund um den Durchschnittswert, so explodierte (Pornhub in) Österreich um satte 7,8 Prozent öfter. Warum gerade der 14. März? Nun ja, am Freitag den 13. (eh kloa) verkündete die Regierung die Ausgangsbeschränkungspläne für den folgenden Montag. Da herrschte natürlich helle Aufregung, jeder raste los um Besorgungen abzuhaken. Am Samstag war dann wohl das Meiste erledigt und die Quarantänestimmung hielt Einzug. Bei dementsprechend viel Zeit zur stillen Beschäftigung schien vielen Landsmenschen die persönliche Erleichterung als idealer Zeitvertreib.

Bild: pornhub.com/insights

Das passt auch zum weltweiten Trend, der ungefähr seit dem 10. März deutlich nach oben ausschlägt. Am 17. des Monats lag die Zunahme des Pornhub-Traffics schon bei satten 11,6 Prozent. Masturbieren statt Viren, lautet das Motto.

In Italien war das Gratis-Premium-Abo Auslöser für ein wahres Massenmasturbatorium. Um gigantische 57 Prozent katapultierte der PR-Kniff die Zahlen in die Höhe. Wieviel davon allerdings echte Italiener waren gegenüber gewieften VPN-Nutzern aus aller Welt, scheint in dieser Statistik logischerweise nicht auf. Wie es in zahlreichen anderen Ländern in puncto Porno aussieht, erfahrt ihr übrigens hier.

Abgesehen von den Faktoren Freizeit und Fadesse spielt natürlich noch eine weitere Sache eine essentielle Rolle beim Pornhub-Erfolg. Denn nachdem nun viele Menschen alleine zuhause versauern, steigt deren Bedürfnis nach menschlicher Nächstenliebe verständlicherweise stark an. Und wo kann man die besser erleben als auf Pornhub, dem Portal der Liebe?

Bild: pornhub.com/insights