AKUT

Texas: Erste Gerichtsverhandlung über Zoom

Jakob Stantejsky

Zoom hat sich, egal ob chinesische Spyware oder nicht, innerhalb der letzten Monate fest in unseren Alltag eingebacken. Schulen, Universitäten und Arbeitsplätze halten ihre Meetings über die Plattform ab. In Texas wurde nun testhalber sogar eine ganze Gerichtsverhandlung per Zoom abgewickelt.

Text: Jakob Stantejsky / Foto: Screenshot via Judge Emily Miskel

Und wenn schon, denn schon, dachte sich Richterin Emily Miskel wohl und streamte die Auswahl der Geschworenen live auf Youtube. Der Rest der Verhandlung wurde dann allerdings doch wieder etwas privater gestaltet. Und immerhin: Von den 29 bestellten Geschworenen erschienen 26 zum Zoom-Meeting, wo ihnen die Richterin mit einer Engelsgeduld das Setup erklärte. Von der Guten könnte sich so mancher Lehrer eine fette Scheibe abschneiden. Nach rund eineinhalb Stunden waren die zwölf Geschworenen dann bestimmt. Wenn man bedenkt, dass niemand sein Haus dafür verlassen musste – eine verdammt effiziente Methode. Abgesehen von dem einen Geschworenen, der mittendrin zu telefonieren beginnt und dann eine Weile lang einfach nicht zurückkommen will. Den Typen muss es wohl auch einfach in jeder Videokonferenz geben.


Leider erlaubt die Richterin die Einbettung des Videos auf anderen Websites nicht, daher muss euch ein furchtbar altmodischer Link genügen.

Doch lasst uns die Geschichte doch eine Runde weiterdenken. Wenn man nicht nur Bildung und Arbeit, sondern auch Gerichtsverhandlungen per Videokonferenz hinkriegt, wo ist dann die Grenze? Zoom-Hochzeiten? Begräbnisse auch gleich? Oder gehen wir noch einen Schritt weiter und betreiben digitalen Geschlechtsverkehr? Oh, das gibt’s ja schon jahrelang. Wie immer ist die Pornoindustrie ein Leuchtfeuer der Innovation.