Sony SLT-A55: Echt scharf

Videos mit der digitalen Spiegelreflexkamera? Das war bis dato nur erfahreneren Filmern vorbehalten. Abhilfe schafft die Sony A-55 – mit ihrem schnellen Autofokus, der unkompliziertes Videofilmen mit der Fotokamera auch ohne Fachwissen und Zubehör möglich macht.

Es ist noch früh am Morgen, die ersten Fotos für den „Breakfast at Tiffany’s“-Shoot werden, wo auch sonst, bei Tiffany’s am Hohen Markt geschossen – und die Sony Alpha 55, mit der ich den Tag dokumentieren soll, darf gleich einmal zeigen, wie sie sich beim künstlichen Licht der Vitrinenleuchten macht. Anfangs war ich ja ein wenig skeptisch – eine digitale Spiegelreflex-Fotokamera mit Autofokus, der auch während des Videomodus zuverlässige Schärfe verspricht – das klang zu gut, um wahr zu sein. Sony hat auf das Problem eine eigene Antwort gefunden: Einen teildurchlässigen Spiegel, der den Großteil des einfallenden Bildes auf den eigentlichen Bildsensor wirft, einen kleinen Teil jedoch zeitgleich auf den Autofokussensor – auf diese Weise muss der Spiegel nicht wie bei anderen Kameras umklappen, um den richtigen Schärfebereich zu finden.

Überzeugend bei jedem Licht

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Trotz des künstlichen Lichts findet die Kamera schnell und präzise den richtigen Fokus, lästiges Hin- und Herschärfen bleibt erfreulicherweise aus – hier macht es Sony vor allem Hobbyfilmern, die im Urlaub keine Lust auf ständiges Drehen am Schärfering haben, einfacher: Sie können ohne Mühe drauflos filmen. Um ein wenig mehr mit der Schärfe zu spielen, schalte ich trotzdem bald auf den manuellen Fokus um und werde ein zweites Mal angenehm überrascht: Dank des weiterhin die Schärfe messenden Autofokus wird immer, wenn ein Objekt, auf das ich die Kamera richte, im Schärfebereich liegt, ein grün leuchtender Punkt auf dem Display angezeigt: Auf diese Weise kann ich auch auf dem kleinen Monitor der Kamera stets genau überprüfen, ob ich gerade scharfe Videos liefere – das kommt mir insbesondere dann zugute, wenn ich wieder einmal besonders schnell eine Einstellung unserer beiden Models filmen muss, um dem Fotografen nicht in die Quere zu kommen.

Überhaupt filmt es sich mit der Sony angenehm spontan – weder braucht sie lang, um nach dem Einschalten aufnahmebereit zu sein, noch bedarf es komplizierter Einstellungen, um Videos aufzunehmen: Mit einem Knopfdruck auf den Videoknopf beginnt die Aufnahme im Full-HD-Format. Die Innenaufnahmen geraten angenehm rauscharm – und als es auf den Parkplatz am Naschmarkt geht, darf die Kamera zeigen, wie sie sich bei Tageslicht verhält. Hier reagiert die automatische Einstellung der Blende im Videomodus insbesondere schnell und unauffällig auf Lichtveränderungen – etwa bei Schwenks vom weißen Himmel auf den Boden oder bei wieder einmal schnell einzufangenden Einstellungen im Innenraum des für den Shoot organisierten Sportflitzers – und auch die Farbwiedergabe ist trotz des trüben Himmels natürlich. Am Ende des langen Tages habe ich einige SD-Karten voll mit gelungenen Making-Of-Aufnahmen – die Ergebnisse lassen sich ab sofort auch hier auf wiener-online begutachten, siehe: “Making Of Tiffany’s”


Facts: Die Sony SLT-A55

Kinooptik. Anders als gewöhnliche Spiegelreflexkameras verfügt die Sony Alpha 55 über einen teildurchlässigen Spiegel. Dies ermöglicht die Aufspaltung des einfallenden Lichts sowohl auf den Hauptsensor als auch auf einen speziellen Autofokus-Sensor. Mit dem Ergebnis einer zuverlässigen, automatischen Schärfe: So gelingen ganz einfach und ohne Zusatzequipment scharfe Videos im üblichen AVCHD-Format. Webtipp: www.sony.at