AKUT

Das bleibt jetzt unter uns, Jungs!

Bitte weitersurfen, meine Damen. Hier gibt es nichts zu sehen, dies hier ist nur für Jungs bestimmt. Denn nun ist Männerzeit!

Text: Franz J. Sauer

So, endlich. Endlich unter uns. Die Kinder sind im Bett, auch die Dame des Hauses hat sich schon mal niedergelegt. Nun ist Männerzeit. Wie jeden Abend in diesem Urlaub ein paar kostbare Minuten lang. Für den Fall des Falles haben Sie sich als treuen Begleiter für diese wenigen Minuten das Magazin Ihres Vertrauens, also den WIENER, in den Urlaub mitgenommen. Und vielleicht zum ersten Mal am heutigen Tage werden Sie sich bei der Lektüre denken: endlich wer, der mich versteht.


Nicht falsch verstehen. Wir lieben Frauen, vor allem die unseren, ehrlich, und die Kinder sowieso. Trotzdem birgt die Sommerzeit die Gefahr, eine leichte Überdosis von all dem zu schnupfen, wofür man sonst gut und gerne den ganzen Tag schuftet, letztlich sein halbes Leben gerne opfert: die Familie. Nicht umsonst killt der Sommerurlaub in beunruhigender Regelmäßigkeit Beziehungen, wie Statistiker aufzuzeigen wissen.

Marion Mandl ist Model, Künstlerin, Buchhändlerin, Schöngeist, Hundemama, Burgfräulein und noch vieles mehr, was furchtbar gut tut. Foto: (c) Oliver Gast

Aber warum ist das eigentlich so? Warum sprechen wir immerzu Kisua­heli, wenn es darum geht, sich mitzuteilen, sich mit ihr zu verständigen? Wo steckt dieser subkutane, permanente Missverständnis-Generator, der immer dann zuverlässig liefert, wenn man versucht, besonders verständnisvoll zu sein? Besonders hilfsbereit zu agieren? Besonders empathisch zu handeln, besonders zuvorkommend aufzutreten? Oder halt besonders schlau und gewieft seine Wünsche und Bedürfnisse kundzutun, hintenherum selbstverständlich, weil offen und ehrlich geht ja nicht, wie die Erfahrung lehrt?

Foto: Oliver Gast, Model: Marion Mandl, Hair & Make Up: Manja Mietho

Oder sind es doch die Missverständnisse, die das Spannungsverhältnis zwischen Mann und Frau am Britzeln halten? Für den notwendigen Funkensprung zwischen Plus und Minus sorgen, der, wenn einmal erloschen, gar so schwer wieder anzuwerfen ist? Und, falls dem dann einmal so ist, dass eben nix mehr ­lodert – warum können wir das dann nicht einfach artikulieren? „Hey Schatz, wir hatten eine gute Zeit, aber jetzt ist diese eben vorbei, findest nicht auch?“ Warum beginnt meist dann, wenn der Start zu einer wunderbaren Freundschaft abgehen könnte, das grausliche Abtauchen ohne Sauerstoffflasche in die seelischen Abgründe exakt jenes Menschen, dem man einst ernstgemeintest und aus tiefstem Herzen ein „Ich liebe dich!“ ins Ohr säuselte? Die Antwort auf all diese Fragen ist einfach, aber keineswegs banal: Weil Mann und Frau einfach grundverschieden sind. Und das gilt es nun hier wortreich zu dokumentieren – stolz, selbstbewusst, bissl chauvinistisch vielleicht und nur aus Männersicht, versteht sich.

Foto: Oliver Gast, Model: Marion Mandl, Hair & Make Up: Manja Mietho

So widmen sich also ausgewiesene Experten den Wesensverschiedenheiten mit dem anderen Geschlecht. Sex-Profi Sax etwa beseitigt ein für alle Mal das Gerücht, Männer könnten nicht fremdgehen, wenn sie ihre Frau wirklich lieben, und das auf gewohnt unwiderlegbare Weise. Gourmet Roland Graf verblüfft uns in diesem Heft damit, nicht nur beim Essen und Trinken ein echter Auskenner zu sein, sondern auch einen nach Bedürfnisfällen wohlsortierten Freundeskreis zu haben, dem Professor Sax dann noch schnell eine ganz besondere Kategorie hinzufügt. Johnny Maré, einen seltsamen Kauz, den Kultautor Rebhandl zu einer der letzten Redaktionsfeten mitgeschleppt und auch gleich dagelassen hatte, haben wir uns gottlob mittlerweile wieder aus dem Pelz gebrannt – Sie werden lesen, warum. Und ­Markus Höller kann als einer der ­wenigen hier eine knapp 20-jährige, hochbelastbare Beziehung vorweisen, in deren Verlauf er sich folgerichtig schon des öfteren Gedanken darüber machte, wie man sie kolossal in die Luft sprengen könnte (um es dann doch nie zu tun). Sich für all diesen harten Tobak Story um Story eine eigene Illustration zu überlegen, sei eine regelrechte Sisyphusarbeit und kaum in der aufgerufenen Zeit zu bewältigen, ließ Art-Direktor Herbert Winkler von seinem Dauer-Urlaubsort auf den Malediven oder so wo ausrichten. Also beauftragte er den genialen Oliver Gast damit, sich zum gesamten Thema all-in ein paar fotografische Gedanken zu machen. Unser Glück, dass da gerade Göttin Marion Mandl sich auf Schloß Matzen langweilte und bei dem ganzen Gsturl bereitwillig mitmachte. Danke, du Wunderbare!