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Schwarm der Woche. Anna ist Superfertig

Manfred Sax

Anna Francesca, 21, aus Graz: 35 000 Followers auf Instagram, Studentin, lebt von Modeln und Produktwerbung auf ihrer Seite.

Annas populärstes Foto, es hatte 10 000+ Likes …

Sie ist superschlank, umwerfend und hat einen Mund zum Sterben. Und wie jede(r) Millennial, der oder die mit den Social Media aufwuchs, war sie auch bald drinnen. Sie sagt: „Auf Facebook war ich schon mit 12, obwohl es erst mit 13 erlaubt ist. Aber mir fiel bald auf, dass es dort sehr schnell sehr alt wird. Jugend sucht halt nach was Neuem. Wenn ein Platz abgelutscht ist, muss was Neues her. Und dann kam Instagram.“

Instagram. „Auf Instagram hatte ich anfangs nur 100 bis 200 Followers, das dauerte einige Jahre. Dass es so groß wird, war keine Absicht, ich hab jetzt 35 000. Ab 10 000 dachte ich, da kann man was machen. Das kam durchs Modeln und hob durch Online-Magazine ab. Ich kriegte eMail von US-Marken, die sagten, hey, wir wollen was mit dir machen. Ich bekam T-shirts geschenkt, die musste ich posten. Anfangs wurden mir so 100 bis 200 Euro geboten, da sagte mein Vater, ich müsse eben mit denen verhandeln.“

Superfertig. „Ich wollte ein leicht merkbares Wort, es hat aber nichts mit ‚fertig sein‘ zu tun. Ich fand es in einem Text meiner einstigen Lieblingsband Frittenbude – Pandabären sind superfertig–, irgendwie liebe ich das.“

Influencer. „Ich mag das Wort nicht, das ist so wer wie Kylie Jenner. Eine Milliardärin? Aber irgendwann merkst du, dass die Leute dich erkennen. Ich bleibe meiner Devise treu, bewerbe nur Sachen, die gut sind. Wenn es bezahlt ist, wird es angegeben, als #advertising oder #prsample. Und ich bewerbe keine Abnehmer-Shakes oder Fit-Drinks. In der Szene gibt es so After Work-Drinks, gesponserte Events für Influencer, dort geh ich nur hin, wenn es cool ist und die Drinks gratis.“

Selbstbild. „Ich dachte anfangs, ich sei zu dünn. Ich fühlte mich eklig, überall gab es große Ärsche, und ich hatte keine Formen. Aber es gibt auch Leute, die mich gut finden, und so kam der Feelgood-Faktor. Wichtig ist mir Chillen mit Freunden. Fortnite spiele ich nicht, da schau ich zu, einmal fragte wer ‚want to try?‘, aber nach drei Minuten war ich tot. Ich bin nicht so die Zockerin.“

Infostream & Anxiety. „Eine wie Demi Lovato, die jetzt wegen einer Überdosis auf Rehab ist, würde ich nie verurteilen, weil ich es mir gut vorstellen kann. Psychische Probleme und Anxiety sind logisch, weil wir ständig unter Info-Beschuss sind. Meist sind es irrelevante Infos, aber es kommt vor, dass plötzlich alles auf dich einprasselt, was du verdrängt hast. Es ist wichtig, dass man was macht, wo was rauskommt. Ich habe Matura und Foto-Akademie und gehe jetzt auf die Grafische.“

Alle Fotos: Instagram Anna Francesca @ superfertig